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London (Großbritannien) – Die Rockwelt schwärmt von diesem jungen Briten: Yungblud (28)! Der Sänger aus der englischen Arbeiterstadt Doncaster gilt plötzlich als der Mann, der Rockmusik wieder cool macht. Ozzy Osbourne (†76) förderte ihn, Mick Jagger (82) schwärmte von seiner Energie, Aerosmith machen sogar gemeinsame Musik mit ihm. Millionen junge Fans feiern ihn auf TikTok und Instagram. Yungblud, bürgerlich Dominic Richard Harrison, springt über die Bühne wie ein Rockstar aus den 80ern, singt aber über Themen von heute: Statt nur Sex, Drogen und Exzesse geht es bei ihm um Einsamkeit, mentale Gesundheit und Außenseitergefühle.
Wenn er auf die Bühne kommt, wirkt das wie eine Zeitreise in die Ära der echten Rockstars. Er schreit, springt, posiert, rennt über die Bühne, trägt enge Hosen und schwarze Lederjacken. Oder eben gar kein Oberteil. Rocklegende Ozzy Osbourne nahm Yungblud schon vor Jahren unter seine Fittiche. In Yungbluds Musikvideo zu „The Funeral“ spielte der Black-Sabbath-Star sogar mit. Kurz vor seinem Tod holte Ozzy den jungen Briten noch auf die Bühne seines großen Abschiedskonzerts in Birmingham.

Yungblud und Ozzy Osbourne verband eine enge Freundschaft. Für Yungblud war Osbourne ein Mentor und bis heute sein größtes Vorbild
Foto: yungblud/Instagram
Der Anti-Macho des Rock
Selbst Altstars wie Queen-Gitarrist Brian May (78) oder Aerosmith-Frontmann Steven Tyler (78) sehen in ihm offenbar die Zukunft des Genres. Für einen Musiker, den außerhalb der Gen Z vor Kurzem kaum jemand kannte, ist das ein raketenhafter Aufstieg. Zu erklären ist das sicherlich auch durch die eingängigen Songs und die tiefsinnigen Texte. Einer seiner größten Hits, „Zombie“, handelt von der Alkoholsucht seiner Großmutter. Es geht um Isolation und Selbstzweifel.

Yungblud bei einem Konzert am vergangenen Freitag in Los Angeles
Foto: AP Photo/Chris Pizzello

Mit dem Song „Polygraph Eyes“ thematisiert Yungblud sexuelle Übergriffe in der Partyszene. In anderen Liedern singt er über Kindheitstraumata, Mobbing und Ausgrenzung
Foto: picture alliance/Photoshot
Seine Shows sind mehr als klassische Rockkonzerte: Yungblud springt mitten ins Publikum, umarmt Fans, hält Hände, spricht minutenlang mit einzelnen Besuchern und stoppt Songs, wenn es jemandem in der Menge schlecht geht. Immer wieder holt er Fans auf die Bühne. Manche dürfen plötzlich neben ihm vor Tausenden Zuschauern Gitarre spielen. Videos solcher Momente gehen regelmäßig viral. Viele Fans sehen seine Konzerte als Safe Space („geschützten Ort“).
Der Lohn: extreme Loyalität. Rund 20 Millionen Menschen folgen Yungblud inzwischen in den sozialen Netzwerken. Allein ein Fan-Account namens „Yungblud Army“ kommt auf 2,4 Millionen Follower – betrieben nicht etwa von seinem Management, sondern von Fans selbst. Unter einem Video mit der Aufschrift „Wir haben die richtige Person berühmt gemacht“ sammelten sich mehr als eine Million Likes. 9,7 Millionen Menschen hören seine Musik jeden Monat auf Spotify.

Yungblud liebt die Inszenierung – und seine Fans lieben ihn
Foto: action press
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„Retter des Rocks“ will er nicht sein. Denn: Laut Yungblud ist Rock gar nicht tot. „Die Leute setzen immer eine einzige Person unter Druck, sie wiederzubeleben: ‚Wer wird den Rock ’n’ Roll retten?‘ Das ist totaler Schwachsinn“, sagte er 2025 in der „The Howard Stern Show“.
Wenn nicht Retter, dann aber Weiterentwickler. Kaum jemand bringt das Genre gerade so erfolgreich in die Gegenwart wie er. Seine Mischung aus Rockstar-Show, emotionalen Texten und Gen-Z-Themen begeistert Millionen junger Fans.
Yungblud spielt 2026 im Rahmen seiner „Idols World Tour“ zahlreiche Konzerte in Nordamerika sowie auf internationalen Festivals. Eine umfassende Europatournee ist für 2026 bisher noch nicht angekündigt, allerdings tritt er bei Sommerfestivals in Europa auf, wie etwa beim Tons Of Rock in Norwegen (24. Juni bis 27. Juni).