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Berlin – Zwei blonde Kinder stehen auf einer Bank, schauen durch ein Fenster in ein Isolierzimmer der Berliner Charité. Hinter der Scheibe liegt ihr Papa in einem Bett: Missionsarzt Peter Stafford (39) aus den USA, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat.

Die Familie des Arztes – seine Frau Rebekah (38) und die insgesamt vier Kinder (1 bis 6 Jahre) – gelten als Hochrisiko-Kontakte. Sie haben keine Symptome und wurden negativ getestet, trotzdem wurden auch sie in der Berliner Klinik isoliert. Die Ärzte um sie herum tragen Schutzanzüge. Sicher ist sicher, denn die Ebola-Variante mit dem Namen Bundibugyo gilt als besonders gefährlich.

Der US-Amerikaner Dr. Peter Stafford mit seiner Frau Rebekah (38) und den gemeinsamen vier Kindern auf einem Familienbild im Kongo

Der US-Amerikaner Dr. Peter Stafford mit seiner Frau Rebekah (38) und den gemeinsamen vier Kindern auf einem Familienbild im Kongo

Foto: privat

Am vergangenen Mittwoch landet Ebola-Patient Peter Stafford mit einem Learjet auf dem Flughafen BER und wird dort von Ärzten in Schutzanzügen zu einem auf dem Rollfeld stehenden Rettungswagen gebracht

Am vergangenen Mittwoch landet Ebola-Patient Peter Stafford mit einem Learjet auf dem Flughafen BER und wird dort von Ärzten in Schutzanzügen zu einem auf dem Rollfeld stehenden Rettungswagen gebracht

Foto: Olaf Wagner

Stafford und seine Familie leben in der Demokratischen Republik Kongo. Dort tobt der schlimmste Ebola-Ausbruch seit Jahren: Rund 750 Verdachtsfälle und 177 Todesfälle, die mit dem Virus in Zusammenhang stehen könnten, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO gezählt. Die tatsächliche Zahl dürfte aber viel höher liegen, die Ansteckungsgefahr sei „sehr hoch“, warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Uganda, wo es auch Ebola-Fälle gibt, hat die Grenzen zur Demokratischen Republik Kongo geschlossen. Zu Ruanda ebenfalls.

Auf einer Transportbahre wird Ebola-Patient Peter Stafford im Kongo unter einer Plexiglashaube von Ärzten für den Rettungsflug nach Berlin vorbereitet

Auf einer Transportbahre wird Ebola-Patient Peter Stafford im Kongo unter einer Plexiglashaube von Ärzten für den Rettungsflug nach Berlin vorbereitet

Foto: serge.org

USA wollten Ebola-Patienten nicht aufnehmen

Als Stafford ausgeflogen wurde, konnte er nicht mehr ohne Hilfe gehen, litt unter Fieber und Übelkeit. Die USA, sein Heimatland, hätten ihn trotz Lebensgefahr nicht aufnehmen wollen, berichtet die „Washington Post“. Deshalb sei er nach Berlin gebracht worden, wo es ihm hinter schweren Sicherheitstüren und Schleusenkammern langsam besser zu gehen scheint.

Im Kongo wird die Familie des US-Missionsarztes Peter Stafford von Ärzten zu einem Flugzeug gebracht. Die Frau und die Kinder fliegen auch nach Deutschland

Im Kongo wird die Familie des US-Missionsarztes Peter Stafford von Ärzten zu einem Flugzeug gebracht. Die Frau und die Kinder fliegen auch nach Deutschland

Foto: serge.org

„Bevor ich evakuiert wurde, war ich zutiefst besorgt, dass ich es nicht schaffen würde. Jetzt bin ich vorsichtig optimistisch“, ließ der Arzt über seinen Arbeitgeber, die Missionsorganisation „Serge“, mitteilen.

Mitarbeiter des Roten Kreuz desinfizieren das Gelände vor dem Krankenhaus in Rwampara (DR Kongo)

Mitarbeiter des Roten Kreuzes desinfizieren das Gelände vor dem Krankenhaus in Rwampara (DR Kongo)

Foto: REUTERS

Zwischenlandung wegen Kongo-Passagier

Die Trump-Regierung dementierte derweil, den Ebola-kranken US-Staatsbürger abgewiesen zu haben. Der Bericht sei falsch. „Das oberste und einzige Anliegen der Trump-Regierung ist es, die Gesundheit und Sicherheit der amerikanischen Bürger zu gewährleisten“, so ein Sprecher. Die USA haben am Mittwoch eine Air-France-Maschine auf dem Weg nach Detroit zu einer Zwischenlandung im kanadischen Montréal gezwungen. Grund: Ein Passagier kam aus der DR Kongo. Das Risiko: zu groß.

Ein Mediziner wird von seinem Kollegen auf der Isolierstation der Charité desinfiziert

Ein Mediziner wird von seinem Kollegen auf der Isolierstation der Charité desinfiziert

Foto: picture alliance/dpa

Was ist Ebola?

Ebola ist eine hochgefährliche Virusinfektion. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten oder Stuhl von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Infektion über Aerosole – also Krankheitserreger in der Luft – gilt heute als eher ausgeschlossen. Das Virus gehört zur Gruppe der sogenannten Filoviren und löst das hämorrhagische Fieber aus – eine Erkrankung, bei der es zu starken Blutungen und Organversagen kommt. Die ersten Anzeichen von Ebola ähneln einer Grippe: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 21 Tage.