Langeweile über die Pfingsttage für Familien mit kleineren Kindern muss nicht sein. Das traditionelle Kinderfest der Neersener St.-Sebastianus-Bruderschaft war am Pfingstwochenende wieder ein Publikumsmagnet. Dass es auf dem Platz vor dem Wahlefeldsaal nicht ganz so voll war wie sonst, stimmte zwar, aber viele Besucher versteckten sich vor der Sonne im südlichen Teil des Platzes vor einer hohen Mauer.
Am Samstag kamen zu vorgerückter Stunde vor allem die Erwachsenen auf ihre Kosten: Die Karaoke-Darbietungen unterhielten das Publikum bestens. Erstaunlich, wie gut einige Sängerinnen und Sänger bei Stimme waren. Am Pfingstsonntag war Bürgermeister Christian Pakusch (CDU) wieder in einer besonderen Mission zum Kinderfest gekommen: Die Kinderkönigin wird ja immer im Rahmen dieses Festes gekrönt.
Mitunter frischte der Wind auf, und Kinder, die im kleinen roten Feuerwehr-Karussell ihre Runden drehten, wurden zusätzlich erfrischt. Auf der Grünfläche gegenüber dem Wahlefeldsaal boten stattliche Walnussbäume Schatten. Dort waren eine Torwand und eine Hüpfburg aufgebaut. Der Kopf der Giraffe bewegte sich umso schneller, je mehr Kinder sich auf der Hüpfburg austobten. Ein Löwe und ein Zebra säumten den Eingang zur Hüpfburg. Gleich nebenan strengten sich sowohl Erwachsene als auch Kinder an, um den Ball durch eines der runden Löcher der Torwand zu schießen.
Michael Kletz von der Generalität „Edelweiß 83“ genoss mit Zugkameraden das eine oder andere kühle Bier. Einer von ihnen, der letztjährige Schützenkönig Stefan Broekmann, saß ein Stück weiter unter einem Pavillon gleich neben dem neuen Schießanhänger. Er ist schallgedämmt, ist amtlich geprüft und soll auch an andere Bruderschaften beziehungsweise Schützenvereine ausgeliehen werden. Zu den Besuchern gehörte auch der neue Schützenkönig Thomas Michiels.
Die Männer von der Generalität ließen die Karaoke-Challenge Revue passieren. Stefan Belk lieferte die jeweiligen Melodien, die Mutigen, die freiwillig zum Mikrofon griffen, sangen zum Teil erstaunlich gut. Es gab Solo-Sänger, aber man sang auch im Duett.
Das Kinderfest, eine Traditionsveranstaltung, die zunächst im hinteren Teil des Schlossparks stattgefunden hatte, bot wieder einiges. Im Wahlefeldsaal war die Auswahl an Kuchen groß. Abseits des Trubels konnten vor allem die älteren Semester in aller Ruhe miteinander kommunizieren. Draußen drehte sich das Glücksrad, zu den Gewinnern gehörte auch Brudermeister Jan Hellwig. Es war nicht so ganz klar, ob er sich über die Kerze mit dem Maskottchen von Borussia Mönchengladbach als Motiv wirklich freute.
Robert Brintrup leitete die Verlosung wie schon in den vorangegangenen Jahren, und es schien so, als würde ihm diese Aufgabe immer noch viel Freude bereiten. Clown Wolfelino gehört zum Kinderfest wie das Glücksrad, der Imbissstand oder die Torwand – die war übrigens zum ersten Mal im Einsatz. Sie besteht aus vier Einzelteilen und ist dadurch besser zu handhaben als die alte, aus einem einzigen Teil bestehende Torwand. Wolfelino führte an einer Leine einen imaginären Hund spazieren, und Bürgermeister Pakusch suchte vergeblich nach einer Steuermarke, was er sehr bedauerte: „Willich ist klamm.“
Sie kamen mit geringer Verspätung, aber sie kamen: Die Kinderkönigin heißt Pia Will und wird von den drei Ministerinnen Lotte Heidenreich, Theresa Beck und Luise Gottschalk unterstützt. Vorgestellt wurde das Kinderprinzessinnen-Haus von der Jungschützenmeisterin Anne Esser. Applaus gab es auch für die scheidenden Kindermajestäten.
Anne Esser hat so ihre Erwartungen: Sie hofft, dass die jungen Leute sich in absehbarer Zeit für das Amt des Jungschützenkönigs beziehungsweise der Jungschützenkönigin begeistern werden. Die Burg von Kinderkönigin Pia wird übrigens auf der Hauptstraße errichtet. Sie will beim Schützenfest in knapp fünf Wochen an allen Tagen mit von der Partie sein. Anne Esser war ebenfalls schon sehr früh auf den Geschmack gekommen: „Mein Vater war immer Schütze und mein Bruder auch – und ich fand das toll“, so die 25-Jährige.