Werther. Jahrzehntelang boten sie ein trauriges Bild. Zerbrochen, zugemauert oder mit Holzplatten verschlossen. Die 24 Fenster des Weihnachtsgiebels im Hof Overbeck, die maßgeblich dazu beitragen, dass das Gebäude architektonisch eine Seltenheit in Ostwestfalen darstellt.
Diese tristen Zeiten sind vorbei. Seit einigen Wochen strahlen aus den ehemals leeren Fensterhöhlen wieder weiße Sprossenfenster und lassen erahnen, wie stattlich das riesige Gebäude gewirkt haben muss, als es 1856 erbaut wurde.
Grund zur Freude hat Eigentümer Ralf Krahner trotzdem nicht. Auch wenn es immer sein Traum war, den Hof wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Denn nachdem er Ende Februar erfahren hatte, dass der geplante Kindergarten für Werther aufgrund zu geringer Kinderzahlen nun doch nicht Realität werden würde, hat er ein Problem.
Räume sind auf Kita zugeschnitten
Die in Einvernehmen mit der Stadt und den Johannitern als potenziellem Träger avisierte Kita im Erdgeschoss des Hofes wurde somit fünf Monate vor der geplanten Eröffnung nicht mehr gebraucht. Für Investor Krahner „eine Katastrophe“, wie er nicht müde wird, zu betonen.
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Denn die Gruppenräume mit Nebenzimmern und weiteren Funktionsräumen sind genau an den Bedarf einer Kita angepasst. Nun gilt es, andere Mieter dafür zu finden. Offenbar keine leichte Aufgabe. Einen, maximal zwei Monate hatte Ralf Krahner sich eigentlich dafür gegeben.
„Es waren auch schon einige Interessenten da“, sagt er. Mehrere soziale Träger, die auf der Suche nach Raum für Wohngruppen sind. Ein Physiotherapeut, der seine Praxis erweitern wollte. Und eine Schule in privater Trägerschaft. Doch bis da die Genehmigungen vom Land für solch eine Einrichtung da seien, würde es wiederum viel zu lange dauern, sagt Ralf Krahner.
Groß und lichtdurchflutet sind die Gruppenräume für die geplante Kita. Nun muss eine andere Verwendung für sie gefunden werden.
| © Silke Derkum-Homburg
Umbau für Wohnungen wäre aufwendig
Das bedeutet zusammengefasst, dass die Chancen, Mieter für die Räume in ihrem jetzigen Zustand zu finden, langsam schwinden. Einige Interessenten gebe es noch, so Krahner. Auch eine Vermittlung zur Uni Bielefeld, die auf der Suche nach Räumen sei, sei ihm in Aussicht gestellt worden.
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Sollte alles erfolglos bleiben, müsste das Erdgeschoss analog zum Obergeschoss ebenfalls in Wohnraum umgewandelt werden. Das würde nicht nur eine Versetzung einiger Wände bedeuten. „Fünf Bäder, fünf Gäste-WCs, fünf Hauseingänge für fünf Wohnungen – das müsste alles noch eingebaut werden“, sagt Ralf Krahner und rechnet mit 200.000 bis 300.000 Euro zusätzlicher Kosten.
Ohne Probleme geht es indes im Obergeschoss weiter. In den dortigen fünf Wohneinheiten sind inzwischen die Wände verputzt, so dass bald der Estrich gegossen werden kann. „Ich schätze, dass die Mieter dort zum Ende des Jahres einziehen können“, so Ralf Krahner.
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