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Berlin – Waffen waren sein Leben. Und ausgerechnet durch eine seiner Pistolen sollte nun am Pfingstsonntag seine Ehefrau ums Leben kommen. Ein 84-jähriger Rollstuhlfahrer hat ersten Erkenntnissen nach seine 69-jährige Frau in der gemeinsamen Wohnung in Lichtenrade erschossen. Der Mann wurde festgenommen. Er soll Aggressionsschübe wegen einer Alzheimererkrankung haben.
Seit 25 Jahren wohnten Silvia und Jens G. in der Wohnung an der Hilbertstraße. Die Mietergemeinschaft ist stabil, man trifft sich in unterschiedlichen Konstellationen regelmäßig zum Kaffeegedeck. So war es auch für den Sonntag um 13 Uhr geplant.
Doch als Silvia nicht wie vereinbart bei ihren Nachbarn erschien und es auch am Nachmittag noch kein Lebenszeichen von ihr gab, verschafften sich die Freunde mit einem Zweitschlüssel des Hausmeisters Zutritt zu der Wohnung. Sie fanden Jens G. auf seinem Bett sitzend und bemerkten, dass die Tür zu einem Zimmer mit Seilen gesichert war.

Die Spurensicherung bei der Arbeit
Foto: Pressefoto Wagner
In dem Zimmer lag Silvia G. tot auf dem Klappsofa, in ihrer Brust klaffte ein Einschussloch. Auf die Frage an den Mann, ob er seine Frau erschossen habe, soll er nicht reagiert, sondern ihnen nur seine Pistole gezeigt haben. Das war um 16 Uhr. Die Polizei wurde alarmiert, Beamte nahmen den gehbehinderten Mann schließlich fest.
In den Räumen wurden nach BILD-Informationen mehrere Waffen sichergestellt. Im Zuge der Ermittlungen kam heraus, dass der tödliche Schuss um 5.45 Uhr gefallen war – eine Zeugin hatte den Knall zwar gehört, konnte ihn aber nicht dem Haus zuordnen.

Das Siegel an der Tür des Paares
Foto: Timo Beurich
Jens G. wurde mit einer spastischen Behinderung geboren. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, wurde ihm vor vier Jahren der Führerschein entzogen, und er war auf den Rollstuhl angewiesen. Seinem Hobby, dem Schießen in einem Schützenverein, konnte er nicht mehr nachkommen. Warum er dennoch vor einem Jahr bescheinigt bekam, weiterhin im Besitz der Waffen sein zu dürfen, müssen nun die Beamten der 8. Mordkommission klären.
Nach Angaben eines Nachbarn war bekannt, dass er unter Gedächtnisverlust litt und Aggressionsanfälle hatte.