Farbintensiv sind die Arbeiten des senegalesischen Malers Taha Diakhate. Und ungemein erzählerisch. Taucht der Betrachter ein in seine Bilder mit Titeln wie „Melokaan“, was sich mit „Aussehen“, „Erscheinungsbild“ oder „Charakter“ übersetzen lässt, schälen sich aus den abstrakten Formen Bewegungsmuster heraus, die Diakhate in seiner Umwelt beobachtet. Der Mensch trägt seiner Auffassung nach viele Eigenschaften des Chamäleons in sich, vermag sich seinem Umfeld anzupassen. „Das kann mal zum Guten, mal zum Schlechten sein“, sagt er. Die Verschiedenheit des menschlichen Daseins fasziniere ihn immer wieder.
Zusammen mit der ukrainischen Künstlerin Marina Yakovenko-Svida und der Korschenbroicher Malerin Gundhild Tillmanns-Thoren, ehemalige Redakteurin der Rheinischen Post, stellte Diakhate über Pfingsten im Mazenod-Saal des Nikolausklosters im Rahmen einer Benefizausstellung aus. Tillmanns-Thoren organisiert die Schau bereits zum siebten Mal. Mit einem großen Teil der Erlöse wird die dringend notwendige Restaurierung der denkmalgeschützten Klosteranlage unterstützt. Pater Andreas bedankte sich im Namen der Oblatenmissionare, die über Pfingsten wieder zu Gottesdiensten und Feiern für die ganze Familie, begleitet von Blasmusik aus Oberfranken, eingeladen hatten.
„Jeder hat etwas in sich, das sich entwickeln und fortführen lässt“, erklärte Pater Andreas. Nicht nur in der Kunst sei es ein wichtiges Anliegen, Orte zu schaffen, wo jeder sein kann, wie er ist. „Diese Ausstellung möge dazu beitragen, dass wir toleranter und friedfertiger werden“, sagte er bei der Vernissage. Der Jüchener Bürgermeister Philipp Sieben würdigte die Benefizausstellung als „gute, etablierte Sache für die Klosteranlage und den kulturellen Austausch“.
Gundhild Tillmanns-Thoren bekräftigte noch einmal, dass das Kloster auf jeden Groschen angewiesen sei. Der Förderverein freue sich jederzeit über Unterstützung. Dass sie Marina Yakovenko-Svida und Taha Diakhate für das Projekt gewinnen konnte, erwies sich als Glücksfall. Die Künstlerin aus der Ukraine malt aussagekräftige Bilder mit Titeln wie „Das Nest“: In Fötushaltung hüllt sich eine Frau in ihre langen Haare. Für die Künstlerin war das die Erkenntnis, dass Frauen in ihrer Heimat ebenso an die Belastungsgrenze und darüber hinaus gehen, wie in Deutschland. Als sie mit ihren drei Kindern aus dem Kriegsgebiet flüchtete, stellte sie fest, dass Erschöpfung auch hierzulande sichtbar ist. Zumal bei Frauen, die sich für Familie und Beruf aufreiben, sich selbst zu wenig schützen.
Tillmanns-Thoren erdete sich durch das Malen. „Das hat mich schon in frühester Kindheit in Wermelskirchen begleitet“, sagt sie. Aber über Familie und Beruf habe sie es immer wieder aus dem Auge verloren. Die Bilder Taha Diakhates indes hätten sie inspiriert. Nun ist sie ungemein produktiv, malt die Wüste, Stadtsilhouetten oder Abstraktes, als hätte sie sich Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet auf der Tunisreise angeschlossen.