Fast 900 Fans hatten sich bei Temperaturen jenseits der 30 Grad auf der Meidericher Sportanlange eingefunden. Die Zebras waren nicht nur sportlich in das Endspiel eingezogen, sondern fungierten zugleich auch als Ausrichter des Endspiels um den Niederrheinpokal. Die Mannschaften kamen durch ein blau-weißes Fahnenmeer den Rasen, auf den Rängen zündeten Fans blauen und weißen Rauch. Ein würdiger Finalrahmen war damit gegeben.
Mit Anpfiff entwickelte sich zunächst eine zähe Partie. Die Nervosität war den Duisburgerinnen sichtlich anzumerken, doch sie kamen immer besser rein. Bis zur Mitte der ersten Hälfte sollte es aber dauern, ehe die Zebras den ersten Torerfolg für sich verbuchen konnte. Mit einem satten Distanzschuss überwand Julia Hülsken die Solinger Torfrau (24.). Nach der Trinkpause kamen die Gäste zum ersten Abschluss. Lucie Kurth setzte sich erfolgreich durch, ihr Flachschuss ins lange Eck verfehlte das Ziel nur knapp. Wenig später stand Hülsken erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit. Eine Flanke von der rechten Seite kam genau auf die Stirn der Offensivspielerin, die vom Elfmeterpunkt mit einem satten und sehenswerten Kopfball das 2:0 erzielte (36.). Der Jubel war kaum verklungen, als Sophie Schneider von der Strafraumkante das Leder unter die Latte schweißte und den 3:0-Pausenstand markierte (39.). Die Vorentscheidung war damit gefallen.
Solingen kämpft sich zurück
Waren die Duisburgerinnen in der ersten Hälfte noch das spielbestimmende Team, so sollte sich das nach dem Seitenwechsel grundlegend ändern. Die TSV-Spielerinnen konnten schon drei Minuten nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer erzielen. Aus rund 40 Metern zog Katrin Ingenhoff ab, der Ball flog lang und hoch über die Keeperin in die Maschen. Auf der Gegenseite traf Barakissa Coulibaly nach einer Ecke nur den Pfosten (50.). Solingen wurde in der Folge immer stärker, warf sich in jeden Zweikampf und rannte jedem Ball hinterher. Die Überlegenheit der Zebras war komplett dahin, doch es wollte den Gäste nicht wirklich gelingen, gefährliche Torchancen zu kreieren. Aus kurzer Distanz konnte Sonja Aha Duisburgs Keeperin Ricarda Rumohr nicht überwinden (68.). In der Schlussphase unterbrachen zahlreiche Wechsel immer wieder den Spielfluss. Letztlich brachte der MSV den Vorsprung über die Zeit und kürte sich zum Niederrheinpokal-Sieger.
Die Medaillen und den gewonnen Pokal überreichten schließlich Oberbürgermeister Sören Link gemeinsam mit der Bundesministerin Bärbel Bas. Nach dem obligatorischen Siegerfoto holte MSV-Coach Tarek Ruhmann die Solinger Spielerinnen und das Schiedsrichtergespann dazu und es gab noch ein Gruppenfoto. Im Anschluss nahmen die Feierlichkeiten Fahrt auf. Der MSV spielt in der kommenden Saison in der Regionalliga West und dem DFB-Pokal. Auch der TSV Solingen wird wohl aufsteigen und künftig dann in der Niederrheinliga auf Punktejagd gehen.
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