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Es gibt Spiele, es gibt Momente, die bleiben in den Fan-Erinnerungen hängen. Sehr lange hängen. Und die letzten Sekunden des vierten BBL-Viertelfinal-Spiels zwischen Rasta Vechta und Alba Berlin (79:85) war genauso ein Moment.
Foto: BILD
Ein Moment, über den die Alba-Fans noch in fünf oder zehn Jahren reden werden. „Weißt du noch, damals in Vechta, als Martin den Ball klaute …?“ Damals, das war am Pfingstsonntag. In einer dramatischen Schluss-Phase macht Albas Spielmacher Martin Hermannsson (31) den Sieg mit epischen 20 Sekunden perfekt und erzwingt ein fünftes Spiel am Mittwoch (live auf Dyn).
Vertrag läuft aus: Das sagt Albas Sportdirektor Himar Ojeda zur Zukunft von Martin Hermannsson
4. Viertel, Alba führt 81:79, aber Vechta im Angriff, kann ausgleichen oder per Dreier das Spiel gewinnen. Vechtas Spielmacher Alonzo Verge will Tibor Pleiß anspielen, der fast frei unterm Alba Korb steht. Doch Hermannsson riecht den Bodenpass, geht mit langem Arm dazwischen und fängt den Ball ab. Konter, doch der Weg zum Korb ist zu, Hermannsson nimmt das Tempo raus, lässt die Uhr runterlaufen. Noch 20 Sekunden, noch 15, noch zwölf Sekunden. Dann forciert der Isländer das Tempo, zieht Richtung Korb. Und lässt mit einer spektakulären Finte die Vechta-Defense aussteigen. Der Weg ist frei und er legt zehn Sekunden vor Schluss den Ball in den Vechta-Korb zur 83:79 – die Entscheidung. „Für meine starke Defense bin ich doch bekannt“, so Hermannsson augenzwinkernd danach. „Im Ernst: Ich glaube, jeder ist hier in der Schluss-Phase gestorben. Aber wir wollten ein Spiel hier gewinnen. Das haben wir geschafft.“
Bei den Fans hat er mit seiner grandiosen Schluss-Phase eine bleibende Erinnerung geschaffen. Doch bleibt Hermannsson auch in Berlin? Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Er möchte bleiben. Und Alba möchte ihn halten. Sportdirektor Himar Ojeda: „Martin ist ein Spieler, der Verantwortung übernimmt. Ein Anführer für solche Momente. Im Cup-Finale hatten wir ihn nicht. Und wir haben verloren. In der Champions League war er noch angeschlagen und wir sind rausgeflogen. Ich bin froh, dass wir ihn im letzten Sommer behalten haben. Und hoffentlich bleibt er noch länger bei uns.“
Doch jetzt steht am Mittwoch Spiel fünf auf dem Programm. Hermannsson: „Dafür haben wir das ganze Jahr gearbeitet, um im entscheidenden fünften Spiel den Heim-Vorteil zu haben. Ich freue mich jetzt auf eine ausverkaufte Uber Arena.“ Und der Sieg in Vechta würde sicher eher in Vergessenheit geraten, wenn Alba doch noch rausfliegen sollte. Fühlt sich ein bisschen wie das Finale der Fußball-WM 2014 an. Da musste Deutschland auch noch das Finale gegen Argentinien gewinnen, nachdem man im Halbfinale Brasilien mit 7:1 abgefertigt hatte …
