Rechte Gewalt ist Teil deutscher Geschichte und Gegenwart. Das zeigt ein in Baden-Württemberg entstandenes digitales Rechercheportal. Das Portal würdigt auch dessen Opfer.

Bundesarchiv und Landesarchiv Baden-Württemberg haben die Plattform www.themenportal-rechtegewalt.de gemeinsam mit dem Leibnitz-Institut für Informationsinfrastruktur aufgebaut. Das Angebot dokumentiert Ereignisse rechtsextremer und rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland und gibt einen Überblick über relevante Archivunterlagen.

„Das Portal ,Rechte Gewalt’ leistet einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation und Aufarbeitung in Deutschland sowie zur Sensibilisierung mit Blick auf fremdenfeindliche und rechtsextremistische Entwicklungen in der Gegenwart“, erklärte Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs. Mit dem Portal, so sagte der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Gerald Maier, würden die Morde des NSU und auch alle anderen Opfer rechter Gewalt Teil der deutschen Erinnerungskultur. „Sie sind nicht vergessen.“ Gleichzeitig wolle man mit dem Portal die juristische Verfolgung der Taten dokumentieren.

Rechte Gewalt zieht sich durch die Geschichte Deutschlands, sowohl in der Bundesrepublik, als auch in der DDR. Ereignisse wie das Oktoberfestattentat in München 1980, die rassistischen Brandanschläge in Mölln und Solingen und die Pogrome von Erfurt 1975 sowie Hoyerswerda und Rostock Anfang der 1990er-Jahre stehen für Tausende weiterer Ereignisse. In das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit waren sie zuletzt mit den Morden, Sprengstoffanschlägen und Banküberfällen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) gerückt.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bilden in der ersten Ausbaustufe Dossiers als quellenbasierte Aufarbeitung zentraler Ereignisse rechter Gewalt. Das Themenportal verwendet verschiedene Systeme zur Einordnung rechter Gewalt, die von staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Initiativen entwickelt wurden. Beim Aufbau war es wichtig, dass die Opfer und deren persönliches Umfeld in angemessener Form Berücksichtigung finden. Angestrebt wird eine Dokumentation der Ereignisse und deren Einordnung in einen Kontext. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, einen Überblick über Unterlagen zu geben, die an verschiedenen Orten, bei staatlichen Stellen sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen und Initiativen vorhanden sind. Freie Archive haben die Möglichkeit, ihre Sammlungen der Öffentlichkeit auf dem Themenportal zugänglich zu machen.

Rechte Gewalt zieht sich durch die Geschichte Deutschlands. Das Portal dokumentiert sie. Rechte Gewalt zieht sich durch die Geschichte Deutschlands. Das Portal dokumentiert sie.Foto: picture-alliance/ dpa