Das tut der Cologne Pride als eine der größten und facettenreichsten Veranstaltungen seiner Art in Europa bereits seit vielen Jahrzehnten. In diesem Jahr findet er unter dem Motto „Für Queerrechte – Viele.Gemeinsam.Stark!“ vom 19. Juni bis zum 5. Juli mit mehr als 125 Veranstaltungen in Köln statt. Der Höhepunkt ist das CSD-Straßenfest vom 3. bis zum 5. Juli in der Altstadt und die große Demonstration am 5. Köln durch die Innenstadt.

Zu den zentralen politischen Forderungen der Veranstalter des Cologne-Pride e.V. zählen die Erweiterung des Artikels 3 Absatz 3 im Grundgesetz um die Merkmale sexuelle und geschlechtliche Identität, die Absicherung der Community- und Beratungsstrukturen sowie die wirksame Bekämpfung der Hasskriminalität im Internet und auf der Straße.

125 Veranstaltungen
in zwei Wochen

Dabei ist der Pride in Köln weit mehr als nur das Straßenfest am ersten Juli-Wochenende. Zwei Wochen lang gibt es in der Domstadt ein buntes und facettenreiches Programm von queeren Stadtführungen über Lesungen bis zu den großen Partys. Dazu zählt unter anderem „Namen und Steine“, wenn am 26. Juni am „Kalten Eck“ an der Markmannsgasse neue Steine für an Aids verstorbene Menschen verlegt werden.

Am 28. Juni gibt es einen Stadtrundgang mit den „ALTERnativen“, am 2. Juli treffen sich die „Proud Moms & Dads“ im Engelbät, um ihren Stolz auf ihre queeren Kinder zu zeigen, und am 4. Juli gibt es in den MMC Studios die „Mainparty Sexy Universe“. Bereits einen Tag zuvor findet in der Wolkenburg ab 22 Uhr die Eröffnungsparty des CSD mit drei Dancefloors statt.

Wieder zurück kommt der „Cologne Pride Beach & Village“, der am 19. Juni auf dem Elogiusplatz mit viel Sand und einem kleinen “Pool” im Schatten von Klein St. Martin für zwei Wochen zurückkehren wird. Das Angebot mit der Beach-Lounge und der Beach-Bar richtet sich an alle Menschen, die in der Stadt unterwegs sind und die bei heißen Sommertemperaturen ein wenig Abkühlung und Entspannung suchen. Vor Ort findet sich auch ein Infocounter zum Cologne Pride. Am 19. Juni findet dort ab 18 Uhr auch die Eröffnung des Prides statt. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 16 bis 22, freitags bis sonntags 14 bis 22 Uhr.

Mit den 18.000 genutzten Quadratmetern in der Altstadt zählt das CSD-Straßenfest zu den größten Kölner Veranstaltung im städtischen Raum. Neu ist die Verlegung der Infomeile von der Gürzenichstraße, die durch eine Baustelle nur eingeschränkt nutzbar ist, auf die Augustinerstraße, wo es erstmals auch einen Familienbereich geben wird. Verändert wurde außerdem das Verkehrskonzept, sodass die Deutzer Brücke stadteinwärts während des gesamten Straßenfests gesperrt bleibt. In Richtung Deutz ist in diesem Zeitraum zudem die Pippinstraße nicht passierbar.

Am Übergang der Pipinstraße zum Heumarkt hat der Les-Beats DJane-Tower seinen neuen Platz gefunden. Die Hauptbühne befindet sich weiterhin auf dem Heumarkt. Auf der Politurbühne auf dem Alter Markt gibt es unter anderem politische Talkrunden, aber auch Livemusik, Show und Party. Dazu kommt die Tanzbühne auf dem Günter-Wand-Platz am Gürzenich. Für die Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf sorgen 800 Menschen, die zum Großteil im Ehrenamt im Einsatz sind.

Beim Bühnenprogramm auf dem Heumarkt werden am Freitag unter anderem die Räuber sowie die Darsteller vom Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ von Ulf Leo Sommer und Peter Plate erwartet. Am Samstag sind unter anderem Linda Teodosiu und Luna zu Gast. Der Hauptact am Sonntag nach der Demostration ist der Auftritt der Kölner ESC-Teilnehmerin Sarah Engels. Dazu kommt unter anderem auch die Brass-Formation Knallblech.

Die große Demonstration, zu der sich bislang knapp 200 Gruppen mit zwischen 50 und 500 Mitgliedern angemeldet haben, beginnt am Sonntag, 5. Juli, um 11 Uhr auf der Deutzer Brücke. Die große Parade zieht von dort über die Gürzenichstraße und die Schildergasse bis zum Neumarkt und dann über den Rudolfplatz, den Hohenzollernring und die Magnusstraße bis zum Dom. Neu ist die „Demo-KI“, die über einen QR-Code bereitsteht, und die alle Fragen rund um die Demonstration beantworten kann.

Wichtig ist den Veranstaltern beim Straßenfest das Thema Inklusion. So gibt es im Bereich der Mittelstraße an St. Aposteln in Kooperation mit dem LVR und dem FC eine Area für Menschen, die über eine Blindenreportage an der großen Demo am 5. Juli teilhaben können oder für Rollstuhlfahrer, die freien Blick auf das Geschehen haben wollen. Auf den Bühnen auf dem Alter und dem Heumarkt kommen bei allen Veranstaltungen Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetscher zum Einsatz.

Zum CSD und seinem Straßenfest gehört auch ein eigenes Awareness-Team, das zuhört und hilft, wenn Menschen Probleme haben, angegriffen oder beleidigt werden oder sich unwohl fühlen. Beim Fest gibt es Awareness-Points auf dem Alter Markt und auf der Augustinerstraße. Das Team ist an den lila T-Shirts und Westen gut erkennbar.

Service: Alle Infos rund um den Cologne Pride, das CSD-Straßenfest und die Demonstration finden sich online unter: