Seit rund zwei Monaten lief die intensive Vorbereitungszeit der Beecker Schützenbrüderschaft auf die diesjährige Pfingstkirmes, die mit großer Vorfreude der Beeckerinnen und Beecker verbunden war. Doch dann kam der Schock. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 21. Mai, legten bisher noch unbekannte Täter ein Feuer im Zelt an der Holtumer Straße und sorgten so für einen Schaden im mittleren vierstelligen Bereich.

Neben Teilen der Zeltdecke sowie einem Stück der Wandseite wurde auch das Mobiliar im Innenraum des Zeltes in Mitleidenschaft gezogen. Lange Zeit war nicht klar, ob die Feierlichkeiten wie gewohnt stattfinden können. Doch die Schützen haben sich nicht unterkriegen lassen. „Der Zusammenhalt hier im Ort ist wirklich riesengroß“, erzählt zweiter Brudermeister Dennis Pappers. So hätten sowohl verschiedene Gruppierungen im Dorf, wie die Jungschützen, die Feuerwehr oder die Dorfgemeinschaft Hei on Klei, als auch befreundete Vereine und Schützenbruderschaften aus den Nachbardörfern ihre Hilfe angeboten und zur Wiederherstellung des Zeltes beigetragen. Diese Gemeinschaft habe ermöglicht, dass die Kirmes wie gewohnt stattfinden konnte. Natürlich schwinge nun ein ungutes Gefühl und die Angst, dass etwas passiert, mit, doch er freue sich auf drei schöne Kirmestage, so der zweite Brudermeister im Vorfeld des Wochenendes.

Dass dieses nun ein voller Erfolg wurde, dazu trugen auch das gute Wetter und die warmen Temperaturen an den ersten wirklichen Sommertagen des Jahres bei. So füllte sich der Kirmesplatz am Samstag für den Tanzabend, nachdem im Laufe des Tages die Festmaien zunächst im Dorf und anschließend bei Ministern und König errichtet wurden. Am Sonntag folgte dann die Abholung von König Stefan Schlagheck und Prinz Niklas Huppertz, die Parade auf dem Kirchplatz mit anschließendem Festumzug und der Zapfenstreich mit Gefallenenehrung. Am Abend stand das große Highlight, der Königsball im Festzelt, an. Traditionell begann der Pfingstmontag mit dem Wecken um 5 Uhr. Anschließend traten die Schützen zum Abholen der Majestäten an, bevor sie das Festhochamt in der Kirche St. Vincentius feierten, das der Kirchenchor Cäcilia 1846 Wegberg sowie das Orchester „camerata wegbergensis“ unter der Leitung von Karl Hütz musikalisch begleiteten. Anschließend folgte die große Parade auf dem Kirchplatz. Nun zog die Bruderschaft noch einmal durch Beeck, bevor sie zum Klompenball ins Festzelt einlud. Für Partystimmung sorgte an allen drei Abenden die Wegberger Band Good Vibes.

Der Schützenverein St. Sebastianus hat lange Tradition in Beeck. 2013 feierte er sein 550-jähriges Bestehen mit einem großen Festakt und lud die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner zu Kaffee und Kuchen ein. Seit dem Zweiten Weltkrieg findet jährlich zudem die Pfingstkirmes statt. Diese Tradition sei nur durch die Unterstützung der vielen Partner möglich, betont Pappers und bedankt sich bei den Schaustellern und Getränkelieferanten. Nur mit deren Hilfe könne die Brüderschaft eine Attraktivität schaffen, die auch junge Leute anziehe. So schmückten den Kirmesplatz am Wochenende unter anderem verschiedene Schießstände, ein Karussell und ein Imbiss, der für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher sorgte. Grundsätzlich sei dem Verein wichtig, auch den Nachwuchs mitzunehmen und Jugendarbeit zu leisten, da die große Altersspanne den Verein ausmache. Um die Tradition beizubehalten, finde jedes Jahr im Anschluss an die Pfingstkirmes die sogenannte Manöverkritik statt, bei der sich die Vereinsmitglieder fragen, was sie im folgenden Jahr besser machen können. Dabei seien sie auch offen für Kritiken aus dem Dorf, so Pappers.

Nach der Kirmes sei vor der Kirmes. Das gelte nicht nur für die Vorbereitung auf die Pfingstkirmes im nächsten Jahr, sondern auch für die Vorfreude auf die Spätkirmes, die jährlich Ende September im Pfarrheim gefeiert wird.