Berlin ist die Hochburg der deutschen Start-ups? Das war vielleicht mal so. Doch Bayern, und insbesondere München, lassen die Bundeshauptstadt inzwischen hinter sich – und nicht nur die.
Rund 4400 aktive Start-ups gibt es laut dem Startup- und Scaleup-Monitor der Bayerischen Industrie- und Handelskammer derzeit im Freistaat. Das sind mehr als in jedem anderen deutschen Bundesland.
München gilt als Hotspot für Start-ups
Besonders stark wächst die Szene in und um München. In der Landeshauptstadt gibt es 1720 Start-ups, im Landkreis München sind es 475. Und allein 2025 wurden in Bayern 785 neue Start-ups gegründet – das ist ein Plus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit hingegen lag das Wachstum nur bei 29 Prozent.
Hinter München landen im bayernweiten Vergleich Nürnberg mit 157 Start-ups, Starnberg mit 142 und Augsburg mit 81 Unternehmen, die seit weniger als zehn Jahren existieren.
Besonders viel Geld fließt dabei derzeit in den Wachstumssektor Künstliche Intelligenz. Rund drei Milliarden Euro, ein gutes Drittel der gesamten Venture-Capital-Investitionen, flossen 2025 in den KI-Sektor. Neben Berlin entfällt ein Großteil dieser Finanzierungen auf München.
Auch beim Thema Deep-Tech liegt Bayern weit vorn: Jedes fünfte auf diesen Bereich spezialisierte Start-up und Scale-up hat seinen Sitz im Freistaat. Diese Unternehmen entwickeln Innovationen, die auf intensiver Forschung und neuen Technologien basieren, etwa in Bereichen wie KI, Raumfahrt oder Biotechnologie.
München ist führend beim Thema Defense-Tech
Viel Geld fließt auch in sogenannte Defense-Tech-Unternehmen. Das sind Start-ups und Scale-ups aus dem Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Rund 1,7 Milliarden Euro Investitionen gingen 2025 laut Monitor an junge Unternehmen aus diesem Bereich nach Bayern, insbesondere in die Landeshauptstadt. Nach Angaben des Start-up-Verbands ist München damit Europas stärkster Standort für Defense-Tech-Investitionen.
Die Autoren sehen den Erfolg Bayerns vor allem in der engen Verbindung zwischen Wirtschaft, Forschung und Hochschulen. Gleichzeitig benennen sie auch Schwächen: So liegt der Anteil von Gründerinnen derzeit nur bei 17 Prozent. Außerdem fließt im internationalen Vergleich weiterhin deutlich weniger Risikokapital nach Bayern als etwa in US-Standorte wie San Francisco oder Boston. Hier besteht also noch Luft nach oben.