Gemessen an seiner ersten großen Rolle ist der 99-jährige Mel Brooks ein blutjunger Hüpfer: Noch vor seiner Hollywoodkarriere schuf er die Figur des „2000 Year Old Man“. Er gab sich dabei als zwei Jahrtausende alter Mann aus, der alles und jeden kannte. Selbst von persönlichen Treffen mit Jesus Christus erzählte er. Diese Comedy-Rolle machte ihn in den 1960er-Jahren bekannt, gleichzeitig ebnete sie ihm den Weg ins Fernsehen und Kino.

Am 28. Juni wird der als Melvin Kaminsky in New York geborene Komiker, Schauspieler, Regisseur und Produzent 100 Jahre alt. Wer wissen will, wie schlagfertig und weise der Jubilar noch im hohen Alter ist, dem sei der opulente Doku-Zweiteiler „Mel Brooks: The 99 Year Old Man“ (beim Streaming-Dienst HBO Max) empfohlen. Da spricht Brooks mit seinem Regiekollegen Judd Apatow über seine Kindheit ohne Vater, über erste Erfolge, Rückschläge und seine Kinokarriere mit Hits wie „Blazing Saddles“ oder „Young Frankenstein“. Als er von seiner verstorbenen Frau Anne Bancroft erzählt, wird er emotional. Dass dieser kleine jüdische Mann aus Brooklyn ein ganz Großer ist, sieht man der neuen Doku an: Da kommen Stars wie Ben Stiller, Conan O’Brien, Adam Sandler oder der erst vor ein paar Monaten verstorbene Rob Reiner zu Wort.

Mel Brooks hat sie alle geprägt, ohne ihn würden ihre Komödien und Comedy-Nummern wohl anders aussehen. Wer die Originale auf großer Leinwand erleben möchte, hat in den kommenden Wochen Gelegenheit dazu: Das Münchner Filmmuseum widmet ihm eine Retrospektive. Los geht es am 2. Juni mit dem Film, der auch für ihn ganz am Anfang stand: 1967 drehte er als Regisseur und Autor die bitterböse Showbiz-Satire „The Producers“. Hierzulande kam der mit einem Oscar ausgezeichnete Film unter dem Titel „Frühling für Hitler“ in die Kinos. Es ist die Geschichte eines bankrotten Broadway-Produzenten, der mit Flops mehr Geld zu verdienen glaubt als mit Hits. Also bringt er ein geschmackloses Nazi-Musical auf die Bühne – das wider Erwarten die Massen anzieht.

Das Filmmuseum zeigt neben weiteren Komödien wie „High Anxiety“ oder „History of the World, Part 1“ auch von ihm produzierte Genre-Hits wie David Lynchs „The Elephant Man“ oder „The Fly“ von David Cronenberg. Brooks kann eben mehr als lustig. Einer seiner beliebtesten Filme steht nicht auf dem Spielplan, aus einem bestimmten Grund: Die Star-Wars-Parodie „Spaceballs“ kommt am 2. Juni im Rahmen der Kinoreihe „Best of Cinema“ bundesweit für einen Tag zurück auf die große Leinwand. In München ist er unter anderem im Mathäser oder Monopol zu sehen.

Meister des Merchandisings: Mel Brooks als Yoghurt in „Spaceballs“.Meister des Merchandisings: Mel Brooks als Yoghurt in „Spaceballs“. 1996-98 AccuSoft Inc. / Filmmuseum München

Und da der „2000 Year Old Man“ Mel Brooks im zarten Alter von 100 Jahren noch aktiv ist, gibt es bald ein Wiedersehen: Im Frühjahr 2027 kommt die Fortsetzung „Spaceballs 2“ in die Kinos, er selbst hat darin wieder eine Rolle übernommen. Über weitere Traumrollen sagt er in der HBO-Doku: „My favorite role would be the king of Germany, the kaiser roll“. Wohlwissend, dass es sich hierbei um eine einfache Kaiser- beziehungsweise Sternsemmel handelt.

Mel Brooks Filmreihe, 2. Juni bis 24. Juni, Filmmuseum, St.-Jakobs-Platz 1; „Spaceballs“, USA 1987, Regie: Mel Brooks, am 2. Juni in vielen Kinos