Bielefeld. Robert ist 34 Jahre alt – und kämpft einen Kampf, den er alleine nicht gewinnen kann. Er hat eine aggressive Form von Blutkrebs. Gewinnen kann er gegen den Krebs nur, wenn ein Mensch gefunden wird, der ihm mit einer passenden Stammzellspende hilft. Robert steht damit nicht alleine da, mehr als 10.000 Menschen erkranken bundesweit jedes Jahr an Leukämie.
Die Chance, dass ein passender Spender gefunden wird, liegt für sie bei mehr als 75 Prozent, aber auch nur, weil sich immer wieder neue und immer mehr Menschen typisieren lassen. Heißt: einen Abstrich mit einem Wattestäbchen vorzunehmen. Mehr als 350.000 Deutsche machen das jedes Jahr.
Wer sich darauf einlässt, hat eine ein- bis dreiprozentige Chance, zum Lebensretter zu werden. In der weitaus größten Zahl der Fälle per Blutwäsche, ähnlich wie beim Plasmaspenden. Ein sehr kleiner Teil der Spenden läuft über das Knochenmark.
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Drachensteigen lassen mit dem Sohn: Das kleine Glück soll wiederkommen
Das ist der Rahmen, in dem sich Robert und Zehntausende Betroffene bewegen. Andere, oft Fremde, sind ihre Hoffnung. Das gilt für die Erkrankten, aber natürlich auch immer für ihre Freunde, ihre Familie. Bei Robert ganz besonders für seine Ehefrau, mit der er einen dreijährigen Sohn hat. Einen, mit dem er Drachen steigen lässt am Strand, mit dem er an der Sparrenburg herumtobt.
Der Sohn, die Familie, „das ist das Wichtigste in seinem Leben“, sagt seine Frau. Diese Reise zu dritt soll, nein, muss weitergehen. Sie sagt: „Robert gibt nicht schnell auf, auch dann nicht, wenn die Situation schwierig oder belastend ist.“ Aufgeben gilt nicht, das steht fest.
Roberts Frau sagt: „Er gibt nicht schnell auf, auch dann nicht, wenn Situationen schwierig oder belastend werden.“
| © Privat
Sie und Robert setzen nun auf drei Typisierungstermine, denn Robert hat das Glück, dass seine Frau bei Bielefeld Marketing gearbeitet hat. Glück, weil das Stadtmarketing mit dem Team der Wissenswerkstatt stark im Organisieren ist, und hier nun mächtig Anschub gibt (Details am Ende des Textes).
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Typisierung? „Ich frage mich, warum ich das noch nie getan habe“
Es gilt, Menschen wachzurütteln. Zu bewegen. Ein Mitarbeiter des Stadtmarketings: „Ich bin selbst noch nicht typisiert, hole das jetzt aber nach und frage mich selbst, warum ich das vorher nie getan habe. Wo es doch kinderleicht ist “ Und Robert (oder anderen) helfen kann.
Robert, der Familienmensch, erlebt gerade mit seiner Familie in kurzer Zeit unglaubliche emotionale Höhen und gewaltige Tiefen. Das Glück des Sohnes, und dann die sich öffnende Schlucht, als bei einer Familienfeier an Ostern die breite Rückmeldung kommt, dass er sichtbar mitgenommen wirke und dringend zum Arzt müsse.
Es folgt die Diagnose. Und das Krankenhaus. Eine Chemotherapie, noch im April. Und die traurige Nachricht, dass seine beiden Schwestern nicht als Spenderinnen infrage kommen – obwohl doch Verwandte statistisch etwa zehn- bis zwölfmal wahrscheinlicher als Spender passen als Fremde. Nun muss Robert auf den Schwarm setzen, auf all jene, die sagen: „Ich lasse mich typisieren, vielleicht bin ich ja der Lebensretter, die Lebensretterin.“
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Statt Flugschein nun ein Flug auf Sicht im engsten Kreis
Zurückgestellt der Traum des 34-Jährigen, einmal fliegen zu können, einen Flugschein zu machen. Zurückgestellt das ganz normale Leben. Nun muss er im engsten Kreis auf Sicht fliegen, bis endlich die passende Stammzellspende in Sichtweite ist. Seine Frau gibt zu: „Oft wissen wir gerade nicht, was das Richtige ist“ – und appelliert dann aber umso mehr an alle: „Was kann richtiger, wichtiger und wertvoller sein, als einem Menschen in Not die Hoffnung zu geben, sein Leben zu retten?“
Robert habe doch ein kleines Kind, einen Sohn, den er ganz normal „beim Aufwachsen begleiten möchte“. Alles stelle Robert hinten an für seinen Sohn. Für die kleine Familie. Nichts wünsche er sich mehr, als auch in vielen Jahren noch mit Frau und Sohn eine in der Küche selbst gebackene Pizza zu genießen. Und danach einen guten Kaffee.
Die Termine der Typisierungsaktionen
Die Chancen darauf steigen mit jedem, der am Donnerstag, 28. Mai, von 12 bis 14 Uhr in die Wissenswerkstatt an der Wilhelmstraße 3 kommt – oder am Samstag, 6. Juni, sowie Sonntag, 7. Juni (beim Leinewebermarkt), zum DKMS-Bereich am Stand der Wissenswerkstatt vor der NW an der Niedernstraße 21-27 (jeweils von 11 bis 17 Uhr).
https://www.dkms.de/aktiv-werden/online-aktionen/fuerrobert
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