Mit einem freundlichen „Konnichiwa!“ hatte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) am Samstag die 23. Auflage des Japan-Tages in Düsseldorf eröffnet. Und schon zu diesem Zeitpunkt war klar: Nach dem miesen Wetter im Vorjahr und eher bescheidenen 400.000 Besuchern dürften in diesem Jahr rekordverdächtige Zahlen zu erwarten sein. Schon vor dem offiziellen Startschuss schoben sich die Massen zwischen den unterschiedlichen Standorten von Unterem Rheinwerft bis Rheinpark. Am Ende verkündeten die Veranstalter: 700.000 Besucher – ein neuer Rekord.

„Der Japan-Tag hat Düsseldorf auch in diesem Jahr wieder in besonderer Weise geprägt. Schon beim Rundgang nach der offiziellen Eröffnung war spürbar, mit wie viel Offenheit, Begeisterung und gegenseitigem Respekt Menschen hier zusammenkommen, um japanische Kultur zu erleben und den Austausch miteinander zu feiern“, sagte Keller. „Die einzigartige Atmosphäre entlang des Rheins, das vielfältige Programm und das eindrucksvolle Feuerwerk zum Abschluss haben einmal mehr gezeigt, warum der Japan-Tag weit über die Stadtgrenzen hinaus begeistert.“

Bei der Eröffnung auf der Hauptbühne war auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dabei. „Wenn Hunderttausende gemeinsam die japanische Kultur feiern, Manga-Fans neben Familien im Kimono durch die Straßen ziehen, wird aus internationaler Partnerschaft echte Nähe zwischen Menschen. Der Japan-Tag zeigt jedes Jahr aufs Neue: Das größte Japanfest Europas gehört längst fest zu Nordrhein-Westfalen“, sagte er.

Fächer, mobile Ventilatoren, Sonnenschirme und Schatten spendende Plätze waren heiß begehrt, denn die Sonne knallte bei bis zu 30 Grad. Die Stadtwerke hatten extra Trinkwasserstellen eingerichtet. Insbesondere die vielen Cosplayer, die sich aus diesem Anlass aufwendig kostümieren und zum Teil auch lange Anreisen nach Düsseldorf nicht scheuen, gaben trotzdem alles. „Ich komme schon seit 2015 jedes Jahr aus Bayern zum Japan-Tag, und es macht mir jedes Mal mehr Spaß“, sagte Hazel.cos, die sich nur mit ihrem Instagram-Namen zitieren ließ. Laura Schröder musste lachen, als sie ihre Herkunft verriet: „Ostwestfalen-Lippe, das ist natürlich nicht so cool wie Düsseldorf.“ Die Schwestern Evi und Luka stammen aus dem Kreis Soest. „Wir lassen ganz bestimmt keinen Japan-Tag aus“, sagten sie.

Schnell kristallisierte sich auch heraus, wer an diesem Samstag der heimliche Held werden sollte: Auf der Pop-Kultur-Bühne erntete der jodelnde Japaner Takeo Ischi fast schon ekstatischen Jubel. Wenige Meter weiter verriet Judoka Johannes Frey auf der Sportbühne, wie man binnen kürzester Zeit zehn Kilogramm verliert und trotzdem noch jeden Gegner auf die Matte legt. Groß war der Andrang auch am Robert-Lehr-Ufer, wo Cosplay-Utensilien und Anime-Figuren angeboten wurden. Und ja, sogar das Tamagotchi lebt noch, es feiert gerade seinen 30. Geburtstag. Zwischendurch konnten sich die Besucher mit Yaki Udon (Hühnchen) oder Takoyaki (Oktopus-Teigbällchen) stärken. Und wer schon immer mal sein Gesangstalent vor einer großen Menge testen wollte, war im Karaoke-Bus genau richtig. Oberbürgermeister Stephan Keller war jedenfalls restlos begeistert: „Ich glaube, der Japan-Tag wird jedes Jahr größer, vielfältiger und beeindruckender.“

Am späteren Nachmittag wurde es dann immer voller, schon auf der Flinger und Berger Straße gab es kaum noch ein Durchkommen. Das Bläserensemble der Japanischen Schule dürfte auf der Bühne auf dem Burgplatz wohl noch nie vor so einem großen Publikum gespielt haben. Auch die Ausstellungsmeile an der Rheinuferpromenade, wo auf Ikebana- oder Origami-Kurse hingewiesen oder Kimonos verkauft wurden, erfreute sich regen Andrangs. Allein die Gastromeile zwischen Kasematten und KIT zeigte im Vergleich deutliche Lücken. Das Leben pulsierte erst wieder ab dem Stadtstrand.

Die japanische J-Rock-Band Mikage Project sorgte mit ihrer Performance für den Programm-Abschluss auf der Hauptbühne am Burgplatz. Das eigentliche Highlight stieg für viele Besucher dann um 23 Uhr: Das beeindruckende Feuerwerk, dieses Jahr unter dem Motto „What a wonderful world – Ein Feuerwerk voller Lebensfreude“.