DEB-Keeper Philipp Grubauer

Stand: 26.05.2026 • 14:47 Uhr

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft erlebt bei der WM das nächste enttäuschende Aus in der Vorrunde. Der fürs Weiterkommen benötigte Ausrutscher von Lettland blieb aus.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft erlebt bei der WM das nächste enttäuschende Aus in der Vorrunde. Der 8:1-Erfolg von Lettland gegen Ungarn machte die letzte Chance aufs Weiterkommen zunichte.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) war am abschließenden Spieltag der Vorrunde auf einen möglichen Ausrutscher der Letten angewiesen. Um doch noch den Sprung auf Platz vier und den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen, hätte Lettland gegen Ungarn verlieren müssen.

Das Team von Bundestrainer Harold Kreis, vor drei Jahren noch Vizeweltmeister, war mit vier Niederlagen ins WM-Turnier gestartet: gegen Finnland (1:3), Lettland (0:2), Gastgeber Schweiz (1:6) und den schwach besetzten Olympiasieger und Titelverteidiger USA (3:4 nach Penaltyschießen). Die drei Siege im Anschluss gegen die Außenseiter Österreich (6:2), Ungarn (6:2) und Großbritannien waren am Ende zuwenig.

Kapitän Seider rechnet ab: „Im Moment keine wirkliche Idenitität“

Moritz Seider hatte schon nach dem 6:3-Sieg gegen die Briten im abschließenden Vorrundenspiel, der zumindest noch die Minimalchance auf das Viertelfinale gewahrt hatte, ein kritisches WM-Fazit gezogen. „Wir befinden uns in einer schwierigen Phase. Ich finde, wir haben im Moment keine wirkliche Identität, die uns auszeichnet“, sagte der Kapitän. „Der Anspruch sollte sein, dass wir in den Top acht vertreten sind, das ist auch absolut machbar. Es wäre sehr viel mehr drin gewesen“, meinte Seider mit Blick auf die weniger prominent besetzten Kader der Topnationen.

„Wir haben in jedem Spiel viel zu viele individuelle Fehler gemacht. So kannst du auf internationalem Niveau nicht überleben und vor allem nicht gewinnen“, sagte der NHL-Profi aus Detroit bei Magentasport, seine Worte klangen zum Teil wie eine Generalabrechnung: „Wir haben gegen eine sehr schlagbare finnische Mannschaft ordentlich gespielt und trotzdem einen Punkt liegen lassen, gegen eine sehr schlagbare amerikanische Mannschaft zwei Punkte verloren, weil wir kurz vor Ende den Ausgleich bekommen. Dann gewinnst du gegen die vermeintlich schwächeren Gegner, und dann soll die Welt wieder gut aussehen. Das ist aber einfach nicht die Realität.“

DEB-Sportvorstand Christian Künast versuchte die Kritik des Kapitäns zu entschärfen: „Er war einen Tick zu kritisch.“ Dennoch dürfte es dem Verband schwer fallen, zur Tagesordnung überzugehen. Auch der Druck auf den Bundestrainer wird zunehmen, beim abschließenden Gruppenspiel in Zürich bekam Kreis bei der Vorstellung der deutschen Mannschaft bei seinem Namen Buhrufe der deutschen Fans zu hören. Der Bundestrainer sprach nach dem letzten Spiel zur allgemeinen Überraschung von einer „stabilen, soliden Gruppenphase“ des DEB-Teams.

Dritte Turnier-Enttäusching in Folge unter Bundestrainer Harold Kreis

Ein Jahr vor der Heim-WM hat der 67-Jährige die dritte Turnier-Enttäuschung in Folge zu verantworten, nach dem zweiten Vorrunden-Aus bei einer WM in Folge und dem ernüchternden Auftritt bei den Olympischen Spielen, mit der ersten Garde an NHL-Stars. Ob der 67-Jährige bei der Heim-WM im kommenden Jahr in Düsseldorf, Mannheim und auf Schalke noch an der Bande stehen darf, ist äußerst fraglich.

DEB-Vorstand Künast ließ in Zürich die Zukunft von Kreis als Eishockey-Bundestrainer offen, kündigte aber eine Analyse an – nach dem Turnier. „Da brauchen wir ein paar Tage Zeit“, meinte Künast, der angesichts des Abwärtstrends der vergangenen zwölf Monate selbst in der Kritik steht.

Kreis, der erst im Dezember seinen Vertrag verlängert hatte, wollte sich am Montag zu seiner Zukunft nicht äußern. Die Frage könne man ihm stellen, „wenn es vorbei ist“, so Kreis. Nach dem endgültigen Aus stand er nicht mehr für eine Antwort zur Verfügung.

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