Es war ein Fall, der Düsseldorf erschütterte: Im November wurde ein 44-jähriger Mann schwer verletzt in seiner Wohnung in Oberbilk aufgefunden. Er hatte selbst den Notruf gewählt, Kostenpflichtiger Inhalt blutverschmiert öffnete er den Rettungskräften die Tür. In der Wohnung fanden diese dann die Ehefrau des Mannes, 31 Jahre alt, und die gemeinsame Tochter, zwei Monate alt, tot im Ehebett, erschlagen mit einem Küchenbeil.
Dafür verantwortlich, daran gab es von Beginn an kaum Zweifel, ist der Vater. Vor dem Düsseldorfer Landgericht räumte er das dann auch zum Auftakt des Verfahrens ein. Schon früh gab es zudem Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Vor Gericht stellte sich dann heraus: Er litt seit vielen Jahren unter paranoider Schizophrenie und soll seine Familie im Wahn getötet haben.
Vor Gericht gab der 44-Jährige an, sich an die Tat so gut wie gar nicht erinnern zu können. Sein Verteidiger sprach von einem tragischen Unglück, sein Mandant habe die Familie zerstört, mit der große Pläne hatte. Es habe keinen Streit in der Familie gegeben, sagte er. Auch von der Staatsanwaltschaft hatte es im Laufe der Ermittlungen geheißen, es habe keinerlei Hinweise auf Gewalt in der Familie gegeben: „Es deutete alles auf eine glückliche Familie hin, nahezu bilderbuchartig.“
Nun ist am Dienstag, 26. Mai, das Urteil in dem Sicherungsverfahren vor dem Düsseldorfer Landgericht fallen. Der Mann musste sich zwar vor Gericht verantworten, es geht allerdings nicht um eine Freiheitsstrafe, sondern um die langfristige Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.
So fiel auch das Urteil des Gerichts aus. Die Kammer ordnete an, den Mann dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Er sei zum Tatzeitpunkt wegen einer akuten Psychose nicht steuerungsfähig gewesen und damit schuldunfähig, so das Gericht. Der 44-Jährige ist bereits seit Dezember in stationärer Behandlung. Es brauche aber noch Zeit, bis er so stabil sei, dass keine Wiederholungsgefahr bestehe.