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Wer umzieht oder länger verreist, will wichtige Briefe zuverlässig erhalten. Genau das nutzen dubiose Internetanbieter jetzt aus. Die Deutsche Post schlägt Alarm: Immer mehr Kunden zahlen viel zu hohe Preise für Nachsendeaufträge – obwohl der Service direkt bei der Post deutlich günstiger wäre.
Ein regulärer Nachsendeauftrag der Deutschen Post kostet für sechs Monate etwa 32 Euro. Einige Drittanbieter verlangen dagegen bis zu 130 Euro. Der Haken: Die Firmen erledigen den Auftrag gar nicht selbst, sondern reichen ihn nur an die Deutsche Post weiter und kassieren die Differenz.
Täuschend echte Internetseiten
Besonders perfide: Viele Webseiten wirken auf den ersten Blick wie ein offizielles Angebot der Post. Gelbe Farben, ähnliche Logos und Formulierungen sollen Vertrauen schaffen. Tatsächlich haben diese Anbieter mit der Deutschen Post aber nichts zu tun.
Jährlich landen nach Angaben der Post rund 350.000 solcher Anträge bei Drittanbietern. Verbraucherschützer sehen darin ein wachsendes Problem.
Vorsicht vor diesen Seiten
Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt ausdrücklich vor Seiten wie „nachsendeauftrag-direkt.com“ oder „nachsendeauftrag.services“. In Suchmaschinen erscheinen diese Angebote oft weit oben und wirken dadurch seriös.
Dabei werben manche Anbieter sogar damit, Kunden den Gang zur Filiale zu ersparen. Das ist jedoch irreführend, denn der Nachsendeauftrag lässt sich längst bequem direkt auf der Internetseite der Deutschen Post abschließen.
Einige Firmen weisen die Kritik zurück. Die Berliner Firma DPO Postservice erklärte, sämtliche Preise und Leistungen würden transparent dargestellt und vor Abschluss bestätigt. Die Deutsche Post hält dagegen: Verbraucher könnten dieselbe Leistung direkt und ohne zusätzliche Vermittlungskosten buchen.
So schützen sich Verbraucher
Experten raten deshalb zu besonderer Vorsicht bei Online-Angeboten rund um Nachsendeaufträge. Vor allem die Internetadresse sollte genau geprüft werden.
Wichtige Tipps im Überblick:
• Preise vor Abschluss vergleichen
• Suchanzeigen kritisch prüfen
• Keine persönlichen Daten vorschnell eingeben
• Auf offiziell wirkende Designs achten
• Nachsendeauftrag möglichst direkt bei der Deutschen Post buchen
Besonders misstrauisch sollten Verbraucher bei Seiten werden, die mit Begriffen wie „offizieller Nachsendeservice“ werben oder optisch stark an die Deutsche Post erinnern. Hinter dem Angebot steckt oft nur ein teurer Vermittler ohne zusätzlichen Nutzen.