Nur alle zehn Jahre findet sie statt, im nächsten Jahr hat Duisburg die Ehre: Vom 23. April bis zum 17. Oktober 2027 richtet die Stadt – gemeinsam mit Dortmund, Gelsenkirchen, Lünen und Castrop-Rauxel/ Recklinghausen – die Internationale Gartenausstellung (IGA) aus. Im Duisburger Rheinpark wird auf insgesamt über 11.000 Quadratmetern eine Ausstellung entstehen, die zeigen soll, wie eng Stadt und Landschaft zusammengehören. Begrüßt werden die Besucher mit einem eigens für die IGA entworfenen Eingangspavillon aus Holz, der am Dienstag (26. Mai) vorgestellt wurde.
„Das“, sagt Sebastian Beck, „hat Potenzial für ein Wahrzeichen.“ Der Vorstand der Duisburger Wirtschaftsbetriebe steht unter den zwei Konstruktionen, die noch nicht fertig sind, aber bereits erahnen lassen, wie sie am Ende aussehen könnten. Insgesamt sechs Holzkonstrukte, die abstrakt an Bäume oder Blütenkelche erinnern, werden dann die Stützen des Pavillons bilden, der als zentraler Zugang zum Ausstellungsgelände dient. In Anlehnung an die Hafenstadt Duisburg sollen dort, wo gerade noch Bauarbeiten stattfinden, in einem Jahr mehrere Container stehen, in denen sich Besucher informieren und Tickets für die Ausstellung kaufen können.
Der Pavillon zeige den Stolz, die Gäste willkommen heißen zu dürfen, sagt Hanspeter Faas, Geschäftsführer der IGA. Wie Besucher, die Faas lieber Gäste nennt, begrüßt werden, das präge den Gesamteindruck der Ausstellung – wie auch bei Menschen, die man zum ersten Mal zu sich nach Hause einlädt. Damit könne ein gelungener Eingang einer der „Schlüssel zum Erfolg“ sein, sagt Faas.
Verantwortlich für die Planung des Pavillons, der inklusive der Container voraussichtlich im Dezember fertig sein soll, ist das Architekturbüro Druschke NxT aus Duisburg. Das florale Motiv, sagt Architekt Dirk Druschke, sei durch die Form der stützenden Holzkonstruktionen aufgenommen worden. In einer Höhe von insgesamt 8,50 Meter spannt sich auf den Stützen dann das gewellte Aluminiumdach, das, ebenfalls wie die Container am Boden, die Industrieästhetik des Hafens aufnimmt. Zugleich ist das lichtdurchlässige „Schmetterlingsdach“, wie Druschke es nennt, ein Schattenspender, auf dem nachts Lichter in Form von Blättern leuchten – aufgeladen durch die Sonne am Tag.
20 Meter in der Breite und 60 Meter in der Länge umfasst der geplante Pavillon am Ende – eine Fläche, auf der auch Photovoltaikanlagen installiert werden könnten. Darüber hätten sie nachgedacht, sagt Druschke. Letztlich hätte man dann aber die erzeugte Energie direkt verbrauchen müssen – oder einen „Riesenspeicher“ bauen müssen, weil die Servicestellen in den Containern nicht die Menge an Energie verbrauchten, die von den Solaranlagen erzeugt wird.
Nachhaltig dagegen sei das Holz – Fichten- und Tannenholz, das nach Angaben von Druschke ökologisch in Skandinavien angebaut wurde. Verantwortlich für die Holzstatik ist das Ingenieurbüro Pirmin Jung aus Remagen, laut Projektleiter Niklas von Haaren spielte vor allem der inmitten einer unbebauten Fläche liegende Ort des Eingangs eine Rolle bei der Umsetzung: „Wir haben hier von allen Seiten Wind, das war schon eine Herausforderung.“
Insgesamt rund 5,2 Millionen Euro kostet das von der Stadt finanzierte Projekt, das im besten Fall die knapp sechs Monate lang stattfindende Gartenschau überdauert. Der Eiffelturm, sagt IGA-Geschäftsführer Faas, stehe ja heute auch noch. Man müsse nicht immer fragen, was es nützt, es gäbe auch Dinge, die „einfach nur schön“ seien. Auch Architekt Druschke würde sich wünschen, dass der Pavillon auch nach der IGA weiter stehen bleibt.
Eine Nachnutzung, kündigt Wirtschaftsbetriebeleiter Beck an, werde es geben, wie konkret diese aussieht, stehe noch nicht fest. Wenn der Standort des Pavillons nach der IGA nicht der gleiche bleiben sollte, sei die Konstruktion modular und könnte nach dem Abbau auch wieder an anderer Stelle aufgebaut werden. Ganz nach dem Leitthema der IGA 2027 „Wie wollen wir morgen leben?“ – im besten Fall so, dass die Nachwelt auch noch etwas davon hat.