
Europapokal-Feeling in Leipzig – nicht erst ab Herbst, wenn in der Messestadt wieder Champions League gespielt wird. In dieser Woche findet das Conference-League-Finale statt – mit Teams aus England und Spanien. Hier gibt’s alle Infos rund um das Endspiel.
Wer, wann und wo?
Erstmals in der Geschichte der Stadt Leipzig findet am Mittwoch (27. Mai 2026, 21 Uhr) das Finale eines Fußball-Europapokals statt. In der Conference League, dem jüngsten UEFA-Wettbewerb, wird der erst fünfte Titelträger ermittelt. Im früheren Leipziger Zentralstadion, das für einen Tag zum Leipzig Stadium wird, stehen sich Crystal Palace aus England und der spanische Klub Rayo Vallecano gegenüber.
Die Final-Gegner
Sowohl Premier-League-Klub Crystal Palace als auch La-Liga-Vertreter Rayo Vallecano greifen erstmals nach einem europäischen Pokal. Sowohl die vom früheren Eintracht-Frankfurt-Trainer Oliver Glasner betreuten „Adler“ aus London als auch die „Roten Streifen“ mit dem Blitz aus Madrid schafften es erst über die Conference-Quali in den Wettbewerb – und nun ins Finale.
Crystal Palace
Bei den Engländern möchte sich Trainer Oliver Glasner mit dem dritten Titel verabschieden: Mit dem Österreicher gewannen die Londoner im vergangenen Jahr sensationell den FA-Cup gegen Manchester City und später auch den englischen Supercup, den FA Community Shield. Für den 51-jährigen Glasner wäre es nach dem Europa-League-Sieg 2022 mit Eintracht Frankfurt sogar der vierte Titel in vier Jahren. „Es wird ein fantastisches letztes Spiel. Ich verspreche, dass wir alles geben werden, um die Silberware zu Palace zu bringen“, sagte Glasner im Vorfeld.
Palace-Trainer Oliver Glasner (re.) mit Toptorschütze Jean-Philippe Mateta (li.).
Bei den Wettanbietern sind die Engländer Favorit. Die Generalprobe am vergangenen Wochenende in der Liga ging allerdings schief – gegen Meister Arsenal verloren die „Eagles“. Zum Saisonende hat das Team um Frankreichs Nationalspieler und Ex-Mainz-05-Torjäger Jean-Philippe Mateta in der heimischen Premier League sechs Spiele in Folge nicht gewonnen, ist auf Rang 15 abgerutscht. Verabschieden will sich Glasner aber mit einem Sieg: „Wir haben den Spirit, das Selbstvertrauen im Team – wenn wir uns gegenseitig unterstützen, ist alles möglich.“
Rayo Vallecano
Wie Palace in England war auch Rayo Vallecano aus dem Madrider Stadtviertel Vallecas lange Zeit eine typische Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und zweiter Liga in Spanien. Seit 2021 hat sich das Team um den aktuellen Trainer Inigo Perez in der Primera Division etabliert, hat die vergangenen beiden Spielzeiten auf Rang acht beendet. Anders als bei Palace lief es bei den Spaniern mit Rayo, einem Blitz im Wappen, zuletzt richtig gut in der Liga. Sieben Spiele in Serie verloren die Madrilenen nicht, besiegten dabei u.a. den Tabellendritten aus Villareal und verbesserten sich so von Rang 14 auf Platz acht.
Vallecano-Spieler jubeln nach dem Halbfinalsieg bei Racing Strasbourg.
Toni Polster kickte für Rayo
Vallecano kommt ohne große Stars im aktuellen Kader aus. In der Vergangenheit trugen zwar schon Österreichs Rekordspieler Toni Polster, die mexikanische Legende Hugo Sanchez oder der frühere spanische Nationalspieler Diego Costa das Trikot mit dem Blitz – im aktuellen Kader sind der 38-fache rumänische Nationalspieler Andrei Ratu und Senegals 29-maliger Nationalspieler Pathé Ciss die international erfahrensten Spieler. Im Conference-League-Halbfinale warfen die Spanier Racing Strasbourg aus Frankreich aus dem Wettbewerb.
Österreichs Toni Polster kickte 1993 für Rayo.
Nach dem Finaleinzug sagte Rayo-Coach Perez, er habe „die besten Momente meiner Mannschaft gesehen, sie war defensiv, offensiv, emotional auf höchstem Niveau. Das erfüllt mich mit Stolz.“ Den Fans, die sich politisch eher linksalternativ verorten, wünschte Perez mit Blick auf das Finale in Leipzig: „Ich will nicht sagen, dass das Finale in Leipzig die größte Erinnerung sein wird. Aber wenn sie später zurückblicken, wird das Endspiel hoffentlich zu ihren bedeutendsten Erinnerungen gehören.“
Blick auf das Leipziger Stadion – noch gibt es Restkarten für das Finale.
Stadionkapazität verkleinert – noch Restkarten
Im Leipziger Stadion, das beim Finale keine Stehplätze hat und daher auf eine Zuschauerzahl von 39.700 reduziert (normalerweise 47.800) wurde, werden die spanischen Fans die nördliche Hälfte bekommen. Die englischen Anhänger bekommen die Hälfte, auf der sich normalerweise die Leipziger Fankurve befindet. Während die Fankurven ausverkauft sind, gab es am Montag auf allen anderen Plätzen noch Restplätze – zum Preis von 110 Euro bis 490 Euro pro Platz.
Leipzig ist Austragungsort des diesjährigen Finales der UEFA Conference League. Das Finale findet am 27.05.2026 statt. Auf dem Marktplatz präsentierte die Uefa den Siegerpokal.
Fanfest in Leipzig – mit Public Viewing
Seit dem Pfingst-Wochenende sind einige der englischen und spanischen Fußballfans bereits in der Stadt. Und hier können sie unter anderem zum Fanfest auf dem Leipziger Marktplatz – das läuft seit Pfingstmontag (25. Mai 2026) und lockt mit einem bunten Rahmenprogramm, verschiedenen Musik-Acts, einem kleinen Fußballplatz, Diskussionsveranstaltungen. Auf dem Marktplatz wird am Mittwochabend auch das Finale übertragen, rund 4.000 Fans können beim Public Viewing dabei sein. Auf dem Marktplatz ist übrigens auch der Pokal ausgestellt, der nach dem Finale dann dem Siegerteam übergeben wird. Für Selfies der Fans mit dem Pott.
Dirk Hofmeister