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Berlin – Die Aufarbeitung der Corona-Politik geht nur sehr langsam voran. Im Brandenburger Landtag kamen jetzt neue Erkenntnisse ans Licht.
Wer den Lockdown (2020 bis 2022) infrage stellte, galt als Schwurbler und „rechts“. Jetzt geben immer mehr Experten den Kritikern von damals recht: Maskenpflichten, Ausgangssperren und FFP2-Masken seien nicht notwendig und auch nicht sinnvoll gewesen, hieß es am vergangenen Freitag im Brandenburger Landtag.
Dort war die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie zu ihrer elften Sitzung zusammengetreten. Titel: „Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Infektionsschutz – Effektivität und Konsequenzen der Maßnahmen für künftige Pandemien“.
Dabei wurde die Verhältnismäßigkeit und Wirksamkeit der Corona-Verbote grundlegend infrage gestellt. Der Aerosolforscher Gerhard Scheuch bezeichnete Ausgangssperren als „vollkommen unsinnige Maßnahmen“, da es sich beim Virus Covid-19 um ein „Innenraumphänomen“ gehandelt habe.
Die Schließung von Spielplätzen und Grünflächen bezeichnete er aus denselben Gründen als „Unsinn“. Peter Walger von der „Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Krankenhaus-Hygiene“ erklärte, die Pflicht zum Tragen der FFP2-Maske sei eine „falsche Entscheidung“ gewesen. Die einfache Mund-Nasen-Schutz-Maske hätte ausgereicht.
Warum hört man das alles erst jetzt? In den Corona-Jahren wurden die Grundrechte massiv eingeschränkt. Eine ganze Generation von Schülern und Studenten wurde durch die erzwungene Isolation traumatisiert. Impfgegner wurden durchs Dorf gejagt.
Und jetzt stellt sich so vieles als falsch und sinnlos heraus. Die Verantwortlichen schweigen, geben keinen Fehler zu. Im Gegenteil: Die damalige Hauptverantwortliche, Bundeskanzlerin Merkel (CDU), bekam noch vor einem halben Jahr die „Große Staufermedaille in Gold“ des Bundeslandes Baden-Württemberg verliehen, „für ihren herausragenden politischen Einsatz während der Coronapandemie“. Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hängte ihr den Orden um. Beide gehörten zu den Scharfmachern im Lockdown.
Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de