Spieler des VfL Wolfsburg stehen nach dem Spiel auf dem Spielfeld (25. Mai 2026)

Stand: 26.05.2026 21:37 Uhr

Seit Montag steht fest, dass der VfL Wolfsburg in die zweite Bundesliga absteigt. Sportlich ist das tragisch – größere Auswirkungen auf die Stadt zeichnen sich aber nicht ab.

Die Wolfsburger waren am Montag im Relegationsspiel gegen Paderborn 2:1 unterlegen, nach 29 Jahren müssen sie in der zweiten Liga weitermachen. „Der Abstieg tut weh“, schrieb am Dienstag Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU) auf Facebook. Der Verein brauche nun einen Kurswechsel und müsse sich sportlich und strukturell neu aufstellen. „Mit einer Mannschaft, die den Kampf in der zweiten Liga aufnimmt, Charakter zeigt und den Wiederaufstieg glaubwürdig vorbereitet“, so der Oberbürgermeister weiter.

Wolfsburgs Jesper Lindström

Bundesliga-Abstieg

Nach zwei Trainerwechseln, der Freistellung von Geschäftsführer und Sportdirektor landet der mit Europapokal-Ambitionen angetretene Club in der Zweiten Liga und steht vor dem x-ten Neuanfang.

Auch Zweitliga-Teams können Fans in die Stadt bringen

Die Stadt rechnet indes nicht mit direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des Abstiegs, wie Wirtschaftsdezernent Jens Hofschröer NDR Niedersachsen sagte. Auswärtsreisende Fans etwa des FC Bayern München würden künftig wegbleiben. „Aber wir werden sicher viele Spiele haben, bei denen wir ein ausverkauftes Haus haben“, erklärte Hofschröer. Einen Imageschaden sehe er ebenfalls nicht. Ein erfolgreicheres Team hätte aber sicher einen positiveren Effekt auf die Außenwirkung, räumte Hofschröer ein.

Sportbar freut sich über neue Anstoßzeiten

Für seine Sportkneipe „B’moovd“ in Wolfsburg erwartet Geschäftsführer Jens Ertel ebenfalls keine drastischen Folgen. Mancher Herausforderer in der zweiten Liga dürfte auch künftig viele Fans nach Wolfsburg locken, womöglich zögen Spiele gegen einen früheren Erstligisten sogar zusätzliche Fans der zweiten Liga an. Auch hätten die neuen Anstoßzeiten durchaus Vorteile: Künftig könne man am Freitag nach der Arbeit zum Fußball gehen. Und während der Erstliga-Spiele am Samstagnachmittag könne seine Bar nun auch Fans anderer Mannschaften ansprechen, so Ertel weiter.

Fans wollen sich nicht unterkriegen lassen

Auch VfL-Fans gaben sich am Dienstag gelassen. In der Bundesliga seien kaum noch Teams, die nie abgestiegen seien, sagte Thomas Flohr, Vorstand beim VfL-Fanclub „kleiner Bär“. Nun müsse man eben um den Aufstieg kämpfen – und die Vergangenheit aufarbeiten. Zahlreiche Wechsel habe es zuletzt bei Trainern und im Sportvorstand des Vereins gegeben. „Die Jahre davor waren ja auch nicht besser“, sagte der Vorstand des Fanclubs, der dem VfL schon seit Oberliga-Zeiten die Treue hält.

Video:
VfL Wolfsburg steigt erstmals in 2. Bundesliga ab (5 Min)

Wolfsburgs  Christian Eriksen

Relegation

Die Wolfsburger führen im Relegations-Rückspiel früh, sind aber auch schnell in Unterzahl. Der SCP dreht das Spiel und schickt die „Wölfe“ in der Verlängerung in die 2. Liga.