Paula Notgeschäftsführer

von Marco Blanco Ucles · Gestern, 16:30 Uhr · 0 Leser

Brauchen Lösungen: Geschäftsführer Paula (li.) & Präsident Mang.Brauchen Lösungen: Geschäftsführer Paula (li.) & Präsident Mang. – Foto: IMAGO/Ulrich Wagner

Die Unruhen beim TSV 1860 München nehmen kein Ende, Sport rückt in den Hintergrund. Manfred Paula übernimmt als Notgeschäftsführer.

Partyhüte auf, die Löwen-Meisterschaft jährt sich am Donnerstag zum 60. Mal. Es hätte schön sein können, Fredi Heiß und Co. gebührend zu feiern. Doch Sechzig wäre nicht Sechzig, wenn es abseits des Rasens nicht knallen würde. Wie durch die „BILD“ bekannt wurde, bleiben 1860 nur sieben Tage Zeit, um den Absturz in die Regionalliga Bayern zu vermeiden. Wie das Blatt berichtet, fehlen dem Meister von 1966 2,7 Millionen Euro, um die Auflagen für die Drittliga-Lizenz der Saison 2026/27 zu erfüllen. Stichtag ist der 3. Juni, 12 Uhr. Bis dahin muss die Liquidität beim DFB nachgewiesen werden.

Dass es bei den Löwen hinter den Kulissen brodelt, war bekannt. So bekam Absolut Sechzig aus dem Führungskreis der Sechzger vergangene Woche zu hören: „Bei uns brennt die Hütte!“ Doch es handelt sich nicht um die üblichen Machtspielchen im 1860-Kosmos zu dieser Jahreszeit. Am Ende lief es (fast) immer gleich: Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik (HAM International Limited) wandelte Darlehen in Genusscheine um und entschärfte die Situation.

Ersatzfinanzierung gesucht: Bedingungen werden zur Hürde

Doch dieses Mal ist es anders: Wie die „SZ“ berichtet, hat Hasan Ismaik den Darlehensvertrag zum 21. Mai einseitig gekündigt. Grund: angebliche Verstöße der Geschäftsführung gegen Berichterstattungspflichten. Weiter heißt es, dass die HAM nun nach einer Ersatzfinanzierung suche. Damit könnte die Lizenz noch gesichert werden. Allerdings gebe es „sieben sehr relevante Bedingungen, die erfüllt werden müssen“ – eine davon ist, dass der e.V. auf sein Vorkaufsrecht beim Anteilskauf verzichtet. Als Sicherheit gewährt HAM dem Kreditgeber die Verpfändung von neun Prozent der Anteile an der KGaA, 30 Prozent der Anteile an der TSV 1860 Merchandising GmbH sowie Gewinnansprüche an eben jener.

1860-Geschäftsführer Manfred Paula wies die Vorwürfe laut „SZ“ zurück und erklärte die dramatischen Auswirkungen der Geschehnisse: „Wir weisen die Kündigung als unwirksam zurück. Wir können aufgrund der Kündigung und der aufgestellten Forderungen nicht mehr von einer Durchfinanzierung ausgehen und wechseln vorsorglich in die Notgeschäftsführung. Wir können bis auf Weiteres keine Zahlungen leisten, auch keine Gehaltszahlungen.“

1860 versinkt im Chaos – weder Präsident Mang noch die KGaA wollten sich Stand Dienstagnachmittag zum Sachverhalt äußern.