Zwar gibt es Entwürfe nach einem Wettbewerb, den das Freiburger Büro Faktorgruen Landschaftsarchitekten mit der IGV Ingenieur Gesellschaft Verkehr Stuttgart gewonnen hatte. Auch hatten die Bürgerinnen und Bürger Anregungen und Wünsche eingebracht mit dem Ziel, die Münchinger Mitte zu stärken und ansprechender zu gestalten. Gerade bei der Frage nach der Platzierung der Bushaltestelle am Stiegelplatz Fahrtrichtung Kallenberg gehen die Ansichten dann aber doch auseinander. Auf einmal stand die Vorplanung auf der Kippe.
Wie schnell soll man auf der Stuttgarter Straße fahren dürfen?
Vorgesehen war, die Bushaltestelle ein paar Meter nach Westen zu verlegen, damit der Stiegelplatz noch stärker ein Markt- und Veranstaltungsplatz wird, mit einem Wasserspiel und Sitzmöglichkeiten. Die Bushaltestelle am Stiegelplatz zu belassen – so hatte es die CDU-Fraktion beantragt – führt laut der Stadtverwaltung dazu, dass „die Vorplanung maßgeblich überarbeitet werden muss“. Denn die Lage des Busstopps sei der Ausgangspunkt für die weiteren Planungen. Der Beschluss aus dem Jahr 2023 wäre dann aufgehoben, und es fielen weitere Planungskosten von rund 30.000 Euro an. Der Technische Beigeordnete Kai Langenecker sagte außerdem, dass auch die Förderung des Landes von etwa einer Million Euro gefährdet werde.
Insgesamt erhält die Münchinger Ortsdurchfahrt von der Kreuzung Hauptstraße im Westen bis zu den Bahngleisen im Osten Münchingens – eine Strecke von gut 780 Metern – ein neues Gesicht . Foto: Simon Granville
Die CDU-Fraktion will darüber hinaus den „Charakter der Stuttgarter Straße als Ortsdurchfahrt und dazu durchgehend Tempo 30 ohne bauliche Schwelle“ erhalten. Im Raum steht die Befürchtung, dass Tempo 20 samt einem verkehrsberuhigten Bereich die umliegenden Wohnstraßen mit Umgehungsverkehr belastet. Hier brächte ein Verkehrsgutachten Klarheit, meinte der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos). Die Mehrheit der Gemeinderäte stimmte trotzdem für den Antrag der CDU-Fraktion pro Tempo 30.
Ergebnis nach langer Diskussion: Die Bushaltestelle kommt weg
Abgelehnt wurde indes der Änderungsantrag, am Stiegelplatz eine Bushaltestelle als Buskap als Variante zu untersuchen. Andrea Küchle (FDP) und Renate Haffner (SPD) sprachen sich dagegen aus, weil ein Busstopp am Stiegelplatz ihrer Ansicht nach weniger Grün und weniger Flexibilität für Veranstalter bedeutet. Eine Untersuchung koste unnötig Geld und Zeit.
Derweil berichtete Steffen Müller (Freie Wähler) von Gesprächen mit zahlreichen Bürgern, die gegen eine Verlegung der Bushaltestelle seien, auch aus Gründen der Sicherheit. Daher sei eine Untersuchung erforderlich. Joachim Winter (CDU) erinnerte daran, dass alle Straßen auf den Stiegelplatz zuliefen und diesen damit als Verkehrsknotenpunkt belebten – eine Situation, die der Bürgermeister Noak so künftig nicht mehr möchte. Unterm Strich, stellte Joachim Winter fest, schaffe eine Verlegung der Bushaltestelle gerade mal drei, vier Meter mehr Platz für Veranstaltungen. Offen sei, ob das genüge. Eine Untersuchung könne das klären.
Weitere Modernisierung der Ortsdurchfahrt wird günstiger
Stand jetzt starten nächstes Frühjahr die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt, ein Jahr später als einst angedacht. Die Stadt rechnet mit Kosten zwischen über 4,1 und 4,4 Millionen Euro. Die Grünen hatten zum Haushalt beantragt zu prüfen, wo sich Geld sparen lasse. Nun werden die Arbeiten um fast 500 000 Euro günstiger. In den ersten Bauabschnitt investierte die Stadt mehr als zwei Millionen Euro.
Insgesamt erhält die Münchinger Ortsdurchfahrt von der Kreuzung Hauptstraße im Westen bis zu den Bahngleisen im Osten Münchingens – eine Strecke von gut 780 Metern – ein neues Gesicht. Das Ziel ist es, dass sich auf der Stuttgarter Straße vor allen Dingen auch Fußgänger und Radler wohlfühlen.