TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Taktik, Training, Aufstellung – die offensichtlichen Aufgaben eines Fußball-Trainers. Aber: Sie müssen die Mannschaft auch menschlich führen. Dafür sorgen, dass die Spieler als ein Team auf dem Platz funktionieren. Bei Union Berlin ist Steffen Baumgart (54) seit April freigestellt – und erzählt jetzt ganz offen, wie er mit der menschlichen Seite des Jobs umgeht. Und die besten Spieler nicht zwingend seine Lieblinge sind.
Dabei gesteht er im Podcast „Behind Business“ auch, dass Erfolg keinen Einfluss auf seine Sympathien hat. Baumgart: „Habe ich jemanden, der vielleicht übertrieben 10 Tore, 12 Tore schießt? Der Spieler ist der Wichtigste in der Mannschaft. Trotzdem halte ich den vielleicht für einen Arsch.“
Wichtig ist aber: Die persönliche Meinung über einen Spieler, darf keinen Einfluss auf die Aufstellung für’s Spiel haben. Baumgart erklärt: „Trotzdem behandele ich alle gleich oder versuche es.“ Heißt auch: „Ich kann dich als Typen sehr gut finden. Aber als Fußballer spielst du vielleicht auch nicht.“
Baumgarts Familie musste oft verzichten
Wichtig für Baumgart ist auch, das Leben seiner Spieler zu berücksichtigen. Er selbst hat als Spieler viel im Leben seiner Kinder verpasst. Der Union-Trainer erzählt: „Ich habe keine Einschulung meiner Kinder mitgemacht. Die letzte Jugendweihe von meiner Tochter habe ich mitgemacht, da war ich am Anfang da und bin dann los, weil ich Fußball hatte.“
Als Trainer will er deswegen anders mit seinen Spielern umgehen, wie Baumgart weiter erzählt: „Wenn wir beim Auswärtsspiel sind und die wollen zu Hause bleiben, weil sie halt auch die ganze Zeit unterwegs sind, dann können sie halt auch zu Hause bleiben.“
Ob er dann wirklich auf seine wichtigsten Spieler und damit möglicherweise auf Punkte verzichtet hätte, lässt Baumgart offen. Er sagt lediglich: „Trotzdem weiß ich, dass sie Profis sind.“ Und die wenigsten Profis werden so einfach auf ein Spiel verzichten.