Die hohen Temperaturen sind für viele Menschen im Landkreis eine willkommene Abwechslung zu den regnerischen und kühlen Tagen in den vergangenen Wochen. In der Region besteht allerdings durch die anhaltende Trockenheit eine erhöhte Gefahr für Waldbrände. Der Deutsche Wetterdienst hat für große Flächen in Bayern eine hohe Waldbrandgefahr ausgegeben. Im Landkreis Augsburg gilt noch bis einschließlich Sonntag die zweithöchste Warnstufe 4.
Lage nicht unterschätzen, aber kein Grund zur Panik
„Die Lage in den Wäldern ist ganz und gar nicht zu unterschätzen“, macht Kreisbrandrat Christian Kannler deutlich. Selbst kleine Regenschauer könnten nur wenig bewirken, weil der Regen oftmals gar nicht erst durch die Baumkronen komme oder nur in sehr geringen Mengen in die Waldböden eindringen könne. Er macht darauf aufmerksam, dass das Rauchen, Grillen und Feuermachen in Wäldern untersagt ist. „Der kleinste Funke oder die kleinste Glut können hier massive Wald- und Vegetationsbrände auslösen“, stellt Kannler klar.
Etwas entspannter blickt Hermann Stocker auf die Gefahr. Er ist stellvertretender Betriebsleiter des Forstbetriebs der bayerischen Staatsforsten in Zusmarshausen, dem etwa ein Drittel der Wälder im Landkreis Augsburg angehören. „Die Waldböden sind nicht gut, aber es gibt noch keinen Grund zur Panik“, sagt Stocker. Da die Waldflächen zum großen Teil aus Mischwäldern bestehen, die auf Lehmboden wachsen, sei die Gefahr lokal nicht so hoch wie in anderen Regionen. Der Forstexperte will die Lage aber auch nicht herunterspielen. Es sei wichtig, Acht zu geben, schließlich sei der überwiegende Teil der Waldbrände auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.
Warnstufe 4 für Waldbrandgefahr gilt bis einschließlich Sonntag
Seit Pfingstmontag gilt für das Augsburger Land die Warnstufe 4. Der Deutsche Wetterdienst sammelt dafür Daten über lokale Messstellen. Im Landkreis liegt diese auf dem Gelände des Fliegerhorsts Lechfeld. Auch in Dillingen, Günzburg und Augsburg zeigt die Warnskala in den nächsten Tagen die gleiche Warnstufe an. Zuletzt hatte es Ende April eine erhöhte Gefahr gegeben.