Die neue U-Bahn-Haltestelle der U5 aus der Vogelperspektive.

AUDIO: U5 soll Hamburgs meistgenutzte U-Bahnlinie werden (1 Min)

Stand: 27.05.2026 13:10 Uhr

345.000 Fahrgäste täglich – das erwartet Hamburgs Hochbahn für die U5 ab dem Jahr 2040. Dann soll sie fertig sein. Der Hamburger Senat hatte am Dienstag 51 Millionen Euro für die Planung der Stationen in Lurup und Osdorf auf den Weg gebracht.

Grundlage sind genaueste Untersuchungen, sagte Klaus Uphoff, der Chef des Projektes bei der Hochbahn: „Die derzeit längste U-Bahnlinie der Stadt, die U1, hat momentan 336.000 Fahrgäste am Tag. Die U5 wird damit die am stärksten frequentierte U-Bahnlinie in Hamburg sein.“ Dies verdanke sie der Verlängerung der Strecke über die geplante Endhaltestelle „Arenen am Volkspark“ hinaus, so Uphoff. Die zusätzlichen zwei Haltestellen „Lurup“ und „Osdorf“ würden mehr Passagiere bringen: „Allein in Lurup erwarten wir 19.000 Fahrgäste täglich. Das ist vergleichbar mit der Wandsbeker Chaussee.“ Die vielgehörte Kritik, die U5 sei überflüssig, halte damit den Fakten nicht stand.

Verlängerung der neuen U5 über den Eckhoffplatz

Die Verlängerung der neuen U5 von den Arenen im Volkspark bis zum Osdorfer Born soll in Lurup über den Eckhoffplatz führen. Diese sogenannte Vorzugstrasse hatte Uphoff gemeinsam mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Dienstag vorgestellt. Zuvor waren auch drei Alternativrouten und Haltestellen-Standorte geprüft worden.

Die Anbindung der Großsiedlung Osdorfer Born an das Schnellbahnnetz ist seit Jahrzehnten im Gespräch. Zwischenzeitlich war auch eine S-Bahn-Anbindung geplant. Die Entscheidung für die U-Bahn sei auch deshalb wichtig, weil die weitere Planung nun bei der Hochbahn liege – also bei der Stadt und nicht bei der Deutschen Bahn, „auf die wir weniger Einfluss haben“, sagte Tschentscher.

2040 sollen die ersten U-Bahnen nach Osdorf fahren

Für die ersten Teile der neuen U5 laufen die Bauarbeiten bereits, bei der Strecke nach Osdorf wird mit einem Baustart Anfang der 2030er-Jahren gerechnet. Fahrgäste sollen die U5 in Lurup und Osdorf den Planungen zufolge ab 2040 nutzen können – rechtzeitig zu den Olympischen Spielen, für die sich Hamburg nach dem Willen des rot-grünen Senats bewerben soll. Sowohl Tjarks als auch Tschentscher betonten, wie wichtig die geplante Olympiabewerbung angesichts der für den Bau der U5 nötigen Förderung durch den Bund sei. Bei der Entscheidung der Fördermittelvergabe sei es entscheidend, „in der nationalen Priorität vorne dabei sein“, sagte Tjarks.

Haltestellen an Einkaufszentren

Die Haltestelle am Eckhoffplatz soll vor dem Lurup-Center am Lüttkamp liegen, die Haltestelle in Osdorf in Ost-West-Ausrichtung am Born-Center in der Straße Kroonhorst. Die Vorplanungen für die Streckenvariante sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr soll die Entwurfs- und Genehmigungsplanung beginnen. Bei allen der geprüften Varianten sei berücksichtigt worden, dass die U-Bahn-Linie später über die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein nach Schenefeld fortgeführt werden könnte.

Die Entscheidung sei für die kürzeste Streckenvariante gefallen, mit der über 30.000 Menschen in Lurup und Osdorf neu an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden könnten, sagte U5-Geschäftsführer Uphoff. „Kürzeste Strecke bedeutet im Umkehrschluss auch, dass wir geringere Baukosten und schnellere Fahrtzeiten haben“, sagte Uphoff. Zudem befürworteten auch die meisten Bürgerinnen und Bürger diese Streckenvariante, wie das Beteiligungsverfahren in Osdorf und Lurup ergeben habe.

Arbeitende verlegen die ersten U5-Gleise in einem Tunnel.

Bei der Haltestelle „City Nord“ hat die Hochbahn die ersten Schienen für die U5 verlegen lassen. Der Abschnitt zwischen City Nord und Sengelmannstraße ist der erste, der in Betrieb gehen soll.

Baustelle für die U5.

Bis zu 14 Tunnelbohrmaschinen graben sich bald durchs Hamburger Stadtgebiet. Für die Vorbereitungen sollen sechs Areale genutzt werden – die Alster ist nicht darunter.

Eine Karte mit gesperrten Flächen durch den U5-Bau.

Um Material und Maschinen zu lagern werden Flächen von insgesamt 12.000 Quadratmetern benötigt. Eine von ihnen soll am Ferdinandstor entstehen.

Eine Visualisierung zeigt, wie die U-Bahn-Station Stephansplatz der U5 einmal aussehen soll.

Fahrgäste der U-Bahn-Linien U1 und U5 können in Zukunft am Hamburger Dammtor-Bahnhof bequem in Fern- und Regionalzüge sowie in die S-Bahn umsteigen.