Kritik vom früheren Teamchef
Klinsmann über DFB-Ansprüche: „Ich war schockiert“
27.05.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Jürgen Klinsmann: Der Ex-Nationalspieler trainierte die deutsche Nationalmannschaft zwischen 2004 und 2006. (Quelle: IMAGO/Gerhard Schultheiß/imago)
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Groß denken, fordert Jürgen Klinsmann. Für den Ex-Teamchef zählt nur der WM-Titel – alles andere sei „der komplett falsche Ansatz“.
Jürgen Klinsmann erwartet von der deutschen Nationalmannschaft bei der kommenden WM den größtmöglichen Anspruch. Für den früheren Bundestrainer darf das Ziel nur der Titel sein.
„Wir haben die Verpflichtung, immer den WM-Titel ins Visier zu nehmen“, sagte der Weltmeister von 1990 der „Rheinischen Post“. Ein Viertel- oder Halbfinaleinzug dürfe aus seiner Sicht nicht als Erfolg gewertet werden. „Die Zielvorgabe kann bei Deutschland nur Weltmeister heißen“, meinte Klinsmann. Schließlich gehe Deutschland als viermaliger Weltmeister in das Turnier.
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Kritisch blickte der 61-Jährige daher auf die Bewertung der vergangenen Heim-EM. „Ich war schockiert, als es hieß, die Europameisterschaft war ein Erfolg mit dem Aus im Viertelfinale“, sagte Klinsmann.
Dabei erinnerte er an die Weltmeisterschaften 1994 und 1998, als Deutschland jeweils im Viertelfinale ausschied – gegen Bulgarien beziehungsweise Kroatien. „Jeder hat gedacht, wir sind die Vollblinden“, sagte der frühere DFB-Kapitän.
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Mit seiner Forderung liegt Klinsmann auf einer Linie mit Bundestrainer Julian Nagelsmann, der ebenfalls vom Titel träumt. „Ja klar, die Aussage gilt. Es war ein entscheidendes Wort drin, ich habe gesagt, wir ‚wollen‘ Weltmeister werden“, hatte Nagelsmann zuletzt erklärt. Der Bundestrainer war gefragt worden, ob er an seiner Ansage nach dem EM-Aus gegen Spanien festhalte.
Skeptisch sieht Klinsmann dagegen die Aufstockung der WM auf erstmals 48 Teilnehmer. „Ich habe die Sorge, dass es verwässert, weil zu viele Mannschaften da sind, die mit den Top-Mannschaften nicht mithalten können.“
Klinsmann würde gerne wieder ein Nationalteam trainieren
Die WM in den USA, Kanada und Mexiko wird Klinsmann zunächst als TV-Experte für ESPN begleiten. Ab dem Achtelfinale arbeitet er zudem als Technischer Beobachter für den Weltverband Fifa.
Eine Rückkehr auf die Trainerbank schloss der frühere Nationalcoach nicht aus. „Nach der WM vielleicht eine Nationalmannschaft zu finden, das wäre eine tolle Sache“, sagte der in der Nähe von Los Angeles lebende Klinsmann. Zuletzt habe es „drei, vier Anfragen“ gegeben, „aber das wären Kompromisse gewesen, von denen ich nicht überzeugt war“.
Zuletzt arbeitete Klinsmann als Nationaltrainer Südkoreas. Dort wurde er im Februar 2024 nach rund einem Jahr im Amt freigestellt. 2006 führte er Deutschland bei der Heim-WM auf Platz drei. Zudem trainierte er unter anderem die USA, den FC Bayern und Hertha BSC.
