Rouven Schröder hält Borussia Mönchengladbach auf Trab. Der Sportchef legt beim Kaderumbau weiter ein enormes Tempo vor. Daniel Batz und David Herold stehen schon seit vergangener Woche als Zugänge des Sommers fest. Der Ukrainer Yukhym Konoplya wird ebenso kommen wie der Japaner Zento Uno, auch wenn beides noch nicht offiziell ist.
Nun gibt es auch den Wechsel von Enzo Leopold, über den zuletzt schon spekuliert wurde. Der 25-Jährige, der mit Hannover den Aufstieg im Saisonendspurt verpasste, aber nun doch erstklassig wird, ist am Dienstag zum Medizincheck in Gladbach gewesen. Er hat bis 2030 unterschrieben.
„Er ist einer, der vorangeht, der seinen Job auf dem Platz diszipliniert und mit hoher Intensität ausübt, der aber auch ein guter Fußballer mit ausgeprägtem taktischen Verständnis ist und der in der vergangenen Saison als Kapitän seiner Mannschaft auch in Sachen Leadership einen großen Schritt nach vorn gemacht hat“, begrüßt Schröder den Neuen in der offiziellen Mitteilung. „Mein Traum war es immer, Bundesliga zu spielen. Dass es nun bei so einem großen Klub passieren wird, ist natürlich besonders“, wird Leopold zitiert.
Enzo Leopold schlug Gladbach im Trainingslager
Gladbach bekommt in Leopold, der in der vergangenen Saison pro Spiel die zweitmeisten Pässe in Liga zwei spielte, und Uno eine komplett neue Doppelsechs. Wobei Uno der defensivere Typus ist und somit ein Ersatz für Yannik Engelhardt, dessen Leihspielervertrag endet.
Leopold ist entsprechend der Ersatz für den Box-to-Box-Spieler Rocco Reitz, der für 20 Millionen Euro zu RB Leipzig wechselt. Allerdingsa verkörpern alle unterschiedliche Profile. Entsprechende Optionen gibt es in der neuen Saison. Leopold und Uno sind dazu Führungsspieler in ihren Vereinen.
Leopolds Spiel lernte Gladbach während des Wintertrainingslagers in der Türkei näher kennen, bei Hannovers 3:0-Erfolg war er dabei und aktiv daran beteiligt, wie der von Christian Titz trainierte Zweitligist den Bundesligisten mit geschicktem Ballbesitz-Fußball einschnürte. Leopold würde also den fußballerischen Aspekt unterstützen, den Gladbach stärken will in der kommenden Saison.
Zudem ist er ein Mann für Standards. Was Leopold auch kann: lange Pässe, die wie der Spielaufbau und das Stellungsspiel beim Portal „Sofascore“ zu seinen ausgemachten Stärken zählen. Dieses Stilmittel aus der Tiefe kam in jüngster Zeit in Gladbach auch zu kurz.
Leopold in Gladbach: Es gibt Parallelen zu Stindl
Der Leopold-Transfer erinnert durchaus an den von Lars Stindl vor elf Jahren, wobei Stindl, der halb Mittelfeldmann, halb Stürmer war, der deutlich offensivere und somit torgefährlichere Spieler war. In 124 Pflichtspielen für Hannover erzielte Leopold acht Tore und kommt auf 17 Vorlagen. In der Saison 2025/26 kam er auf sieben Torbeteiligungen in 29 Einsätzen.
Stindl war 26, als er Borusse wurde, so alt ist auch Leopold ab dem 23. Juli. Auch Stindl war Kapitän und kam aus Hannover, damals wusste Manager Max Eberl um die günstige Drei-Millionen-Euro-Klausel im Stindl-Vertrag. Leopold wird die große Geschichte Stindls in Gladbach kennen. Sie darf kein Hemmnis für ihn sein, sondern eine Extra-Motivation.
Was beide auch verbindet: Verlässlichkeit. Leopold spielte nun vier Jahre in Hannover. Kapitän wurde er 2025, er war der verlängerte Arm von Trainer Titz auf dem Rasen. Genau solche Spieler braucht Gladbach: Stabilisatoren, die Verantwortung übernehmen für das große Ganze. Spieler dieser Art, siehe Stindl bei Borussia, haben auch großes Identifikationspotenzial für die Fans.
Gladbach: Leopold wie in Hannover mit der 8?
Leopold ist laut Titz einer, der sich „total identifiziert“. Genau das hat Sportchef Schröder immer wieder betont, wenn es um die Merkmale der Spieler ging, die er für Gladbach haben will. „Sie müssen wissen, für welchen Klub sie hier spielen“, pflegt er zu sagen.
Dass sich Leopold in der Bundesliga noch akklimatisieren muss, ist ein Manko, unter anderem zeigte sich bei Routinier Diks und bei Engelhardt in der vergangenen Saison, dass das nicht immer reibungslos geht. Mit Engelhardt spielte Leopold in der zweiten Mannschaft des SC Freiburg. Andererseits lagen die Gladbacher mit Spielern wie Robin Hack, Sander und Castrop, die ebenfalls aus Liga zwei kamen, sehr richtig.
Wie Leopold im neuen Gladbach-Trikot ausschaut, haben viele Fans per KI schon simuliert. Nun werden die fiktiven Fotos Realität. Er trug in Hannover die 8 und wird sie auch in Gladbach bekommen. In der vergangenen Saison hatte Alejo Scaro diese Nummer auf dem Rücken, die Leihzeit des Argentiniers ist aber vorbei.