Das Thema Verkehr dominiert oft genug die Sitzungen der Bezirksvertretungen (BV), so war es auch jetzt in der BV7. Die wichtigsten Entscheidungen:

Alter Markt Die Machbarkeitsstudie zur Verkehrsberuhigung im historischen Gerresheimer Ortskern benennt als vermeintlich effektivste Maßnahme ein Durchfahrtsverbot in Höhe des Alten Marktes für Autos, die vom Kölner Tor kommen. So wäre es nur noch möglich, über den Gerricusplatz durch die enge Gasse am Schumacher zum Wallgraben und weiter zur Dreherstraße zu gelangen – ein Umweg für den Durchgangsverkehr und somit unattraktiv.

Diesen Vorschlag griffen die Grünen jetzt auf und beantragten, am Alten Markt einen Poller (oder zwei) zu setzen und die Maßnahme für ein Jahr zu testen. „Anwohner und Fußgänger leiden massiv unter dem Autoverkehr an dieser Steller, es muss endlich was passieren“, sagte Maria Icking. Allerdings ging das der CDU/SPD-Mehrheits-Koalition alles etwas zu schnell, eine Entscheidung soll somit erst in der nächsten Sitzung fallen.

Kanal Diepenstraße In der Diepenstraße in Gerresheim wird ab September der Kanal erneuert, 18 Monate sind als Bauzeit angesetzt. Nun liegen an der Diepenstraße gleich mehrere Schulen, darunter auch eine Förderschule und ein integrativer Kindergarten, zudem haben die Schausteller dort ihr Lager und der DSC (Tennis, Hockey, Lacrosse) kann ebenfalls nur über die Sackgasse angefahren werden. Die Diepenstraße muss im Verlauf der 15 Bauphasen aber teilweise voll gesperrt werden. Für Sportverein und Schausteller konnte der Stadtentwässerungsbetrieb (SEBD) ebenso wie für Awista und Rettungsfahrzeuge immerhin erreichen, dass bei einer temporären Komplettsperrung über den Parkplatz von Cosmo Sports gefahren werden darf.

Bei der Förderschule und der integrativen Kita ist es aber eigentlich so, dass Eltern, die ihre Kinder teilweise von weither bringen, diese auch zwingend bis zum Schultor bringen müssen. Da hilft dann auch die Mini-Hol- und Bringzone an der Dreherstraße wenig. Zwar stellte Klaus Hahn vom SEBD in Aussicht, dass die jeweilige Baustelle zumindest in den Randzeiten so weit eingeschränkt werden kann, dass die Schulen noch erreichbar bleiben, „das liegt aber im Ermessen der Baufirma, da können wir nichts versprechen“. Auch kurzfristig Parkplätze an der Dreherstraße einzurichten, sodass die Eltern ihre Kinder von dort zur Schule bringen können, sei nicht möglich, „es gibt schlichtweg keine“, so Hahn. Letzte Chance: Angelika Penack-Bielor (CDU) meinte, man könne womöglich die Stellplätze beim Post-Sportverein für diese Extremfälle nutzen. Hahn versprach, das zu prüfen.

Park & Ride-Parkplatz Ein Teil des nach wie vor brachliegenden Glashüttengeländes konnte eine Zeit lang als Park & Ride-Parkplatz mit 160 Stellplätzen genutzt werden, die BV7 wünschte sich zuletzt eine Wiederholung. Doch die Stadt lehnt ab. Begründung: Mit dem damaligen Eigentümer sei es nie zu einer rechtsgültigen Vertragsunterzeichnung diesbezüglich gekommen, die Nutzung sei lediglich toleriert worden. Aufgrund der derzeit laufenden Verhandlungen zur erneuten Veräußerung der Fläche (LEG mit dem US-Entwickler Hines) gebe es aktuell keinen Ansprechpartner für die Stadt, mit dem eine solche Nutzung verhandelt werden könnte.

Radspur Die Ludenberger Straße zwischen LVR-Klinik und Staufenplatz ist für Radfahrer ein Albtraum, Radwege sucht man hier vergebens. Die BV7 hatte jetzt angeregt, zumindest von der Rennbahn-/Benderstraße bis zum Pöhlenweg stadteinwärts die rechte Spur in einen Fahrradstreifen umzuwandeln und die Autos sich dann die linke Spur auf den Gleisen mit den Straßenbahnen teilen. Die Verwaltung lehnt das in Absprache mit der Rheinbahn allerdings ab. Im betroffenen Abschnitt würden die Linien U73, U83 und 709 mit hoher Frequenz verkehren, sodass Konflikte vorprogrammiert seien. Auch regelmäßige Fahrzeitverlängerungen und Einschränkungen der Zuverlässigkeit, das würde die praktische Erfahrung zeigen, wären fast zwangsläufig die Folge.