Bielefeld. Es herrscht gute Stimmung im Hangar der Luftrettungs-Station auf der Rosenhöhe im Bielefelder Stadtteil Brackwede, der Basis des Rettungshubschraubers Christoph 13. Zahlreiche Mitglieder des Fördervereins Notfallmedizin Bielefeld haben sich dort zur Jahreshauptversammlung zusammengefunden. Die Mitglieder feiern das 20-jährige Bestehen ihres Vereins und stellen die Weichen für die Zukunft. Denn an der Rosenhöhe soll sich bald einiges verändern.

„Hier wird bald wieder gebaut“, kündigt Carsten Kirchhoff, 1. Vorsitzender des Vereins, an. Ein Notarzteinsatzfahrzeug soll von Sennestadt dorthin verlegt werden und bekommt neben dem Hangar ein bauliches Domizil. „Wir möchten einen einsatztechnisch günstigen Standort haben“, so der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes (ÄLRD) von der Berufsfeuerwehr Bielefeld.

Auch ein neues Projekt des Fördervereins stellt Kirchhoff vor. Es soll Bürgerinnen und Bürgern lebenswichtige Hilfe leisten. Es ist die Anschaffung weiterer Defibrillatoren zur Unterstützung der Reanimation durch Laien. Motto des Projekts: „Bielefeld belebt!“ Mit solchen AED-Geräten kann durch gezielte Stromstöße über Elektroden im Falle von Herzrhythmusstörungen dafür gesorgt werden, dass das Herz des Patienten wieder in den Takt gebracht wird.

CO-Warngeräte halfen bereits, Menschen zu retten


Tankstopp zwischen zwei Einsätzen für den Rettungshubschrauber Christoph 13 an der Luftrettungs-Station an der Rosenhöhe. - © Matthias Bungeroth

Tankstopp zwischen zwei Einsätzen für den Rettungshubschrauber Christoph 13 an der Luftrettungs-Station an der Rosenhöhe.
| © Matthias Bungeroth

Zwischen 1.000 und 1.200 Euro kostet ein solches Gerät. Wie viele solcher Geräte angeschafft und wo genau sie installiert werden sollen, wird noch bekannt gegeben. Dieses Projekt ist nur eines von zahlreichen, die der Verein, der heute 117 Mitglieder zählt, im Verlauf seines 20-jährigen Bestehens realisieren konnte. Dafür brachte dieser insgesamt gut 400.000 Euro auf. Kirchhoff als Vereinschef wurde, wie der gesamte Vorstand, in seinem Amt bestätigt. Neben Kirchhoff sind dies Carsten Obermann (2. Vorsitzender), Pfarrer Hermann Rottmann (Schriftführer) und Dirk Düsterhöft (Schatzmeister).

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Am 28. August 2006 wurde der Förderverein gegründet, die Eintragung im Vereinsregister erfolgte am 16. Oktober desselben Jahres. Die Förderung von Aus- und Fortbildung der Fachkräfte, die im Rettungsdienst mitarbeiten, ergänzende Anschaffung medizinischer Geräte, Ausstattung der Stationen sowie die Öffentlichkeitsarbeit rund um Christoph 13, der zusammen mit dem bodengebundenen Notarzt aus Bielefeld in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen Anfang Juli feiert, sind wichtige Arbeitsgebiete des Fördervereins.

Die Ausstattung aller Rettungsmittel mit CO-Warngeräten ist eines der Beispiele für die oft lebensrettenden Projekte. Sie begann im Jahr 2006. „Wir hatten am ersten Einsatztag gleich einen Fall“, erinnert sich Kirchhoff. „Zwei bewusstlose Personen konnten durch die CO-Warngeräte identifiziert werden.“ Beide hätten sofort richtig behandelt werden können.

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Comic-Heft klärt Kinder über Erste Hilfe auf


Carsten Kirchhoff, Vorsitzender des Fördervereins Notfallmedizin Bielefeld, erläutert Mitgliedern die Neubaupläne an der Rosenhöhe. - © Matthias Bungeroth

Carsten Kirchhoff, Vorsitzender des Fördervereins Notfallmedizin Bielefeld, erläutert Mitgliedern die Neubaupläne an der Rosenhöhe.
| © Matthias Bungeroth

Die dieses Jahr abgeschlossene Anschaffung sogenannter Videolaryngoskope für alle derzeit 28 in Bielefeld eingesetzten Rettungswagen, finanziert im Rahmen einer großen Spendenaktion, die im vergangenen und in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ist ein weiteres Beispiel für ein Großprojekt. Es ist mit einem Volumen von knapp 40.000 Euro die größte Einzelanschaffung. Mit diesem medizinischen Gerät kann der Notfallmediziner zum Beispiel den Kehlkopf eines Patienten begutachten und so feststellen, ob dort etwa ein verschluckter Gegenstand festsitzt.

An Kindergartenkinder sowie Grundschülerinnen und -schüler richtet sich ein von Anfang an bis heute weitergeführtes Projekt des Fördervereins. Fast 300.000 Erste-Hilfe-Hefte wurden durch Mitglieder an diese verteilt. „Was mache ich, wenn Papa bewusstlos ist?“ lautet der Titel eines der Kapitel im Heft, das im Stil eines Comics gestaltet ist.

Hermann Rottmann, Schriftführer im Vorstand und zugleich auch Feuerwehrseelsorger, beschreibt den Inhalt des kindgerechten Heftes zur Ersten Hilfe für Kinder so: „Die darin handelnden Kinder Mario und Olivia erklären den Kindern, wie man Menschen hilft, die sich in Notsituationen befinden.“

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Manchmal hat Christoph 13 auch eine andere Farbe

Sein Kollege Carsten Obermann berichtet, welchen entscheidenden Vorteil der Einsatz des Fluggeräts in medizinischen Notfällen gegenüber dem Einsatz von Notarztfahrzeugen hat. „Wir fliegen den direkten Weg. Rote Ampeln interessieren uns nicht.“

„Es gibt zahlreiche Krankheitsbilder, die deutlich bessere Prognosen haben, wenn man schneller ist“, so Obermann weiter. Die medizinische Expertise in der Luftrettung sei zudem sehr hoch. Das ist auch an diesem Tag zu beobachten. Allein während der Sitzung des Fördervereins ist der Rettungshubschrauber Christoph 13 zweimal unterwegs, um Menschen in Not zu helfen.

An diesem Tag hat der Helikopter im Übrigen nicht die übliche Farbe Orange, sondern Dunkelblau. Das komme gar nicht so selten vor, wenn der originale Christoph 13 einmal repariert oder gewartet werden müsse, so die Erklärung. Dann gibt es vom Innenministerium und der Bundespolizei ein Ersatzfluggerät. „Wenn eine blaue Maschine kommt, wird gefragt, was da los ist“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Doch er versichert: Ob blau, ob orange: Die Hilfe aus der Luft ist schnell und kompetent wie immer.

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