Die chinesische Marine hat nach eigenen Angaben ein niederländisches Kriegsschiff aus dem Gebiet der Paracel-Inseln im Südchinesischen Meer vertrieben. Die Fregatte ZM De Ruyter sei »illegal« in das Gebiet eingedrungen, teilte das Südkommando des chinesischen Militärs mit. Neben China beanspruchen auch Taiwan und Vietnam das Gebiet.
Das niederländische Verteidigungsministerium äußerte sich bisher nicht zu dem angeblichen Zwischenfall. »Die Fregatte operiert auf der Grundlage des internationalen Rechts«,
sagte eine Sprecherin der Marine der Nachrichtenagentur dpa. Sie
verwies ausdrücklich auf die UN-Seerechtskonvention.
China nannte das Vorgehen der Niederländer eine schwerwiegende Verletzung der territorialen Souveränität Chinas
und einen Verstoß gegen grundlegende Normen internationaler
Beziehungen. Die Niederländer hätten mehrfach Hubschrauber gestartet und
seien in den Luftraum Chinas eingedrungen. Chinas See- und Luftstreitkräfte hätten nach Angaben der Armee akustische Warnungen und digitale Störmaßnahmen eingesetzt.
Fregatte soll an internationalen Übungen mit Verbündeten teilnehmen
Die ZM De Ruyter hatte Anfang April die Niederlande verlassen. Die Luftabwehr- und
Kommandofregatte ist mit einem NH90-Marinehubschrauber ausgestattet und
soll laut niederländischem Verteidigungsministerium an internationalen Übungen mit Verbündeten in Südostasien
teilnehmen. Ziel
sei die Sicherheit auf strategischen Seewegen.
Es ist nicht der erste Zwischenfall der chinesischen Streitkräfte mit
einem niederländischen Marineschiff. Vor zwei Jahren wurde die ZM
Tromp im Ostchinesischen Meer mehrfach von zwei chinesischen
Kampfflugzeugen umkreist.
© Lea Dohle
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China sorgt seit Jahren für Zwischenfälle
im Südchinesischen Meer, das es weitgehend für sich beansprucht. Dabei
hatten internationale Gerichte anders geurteilt. Die Regierungen der USA, Indien, Japan und Australien hatten sich kürzlich »zutiefst
besorgt« über die Lage im Süd- und Ostchinesischen Meer geäußert. Die Außenminister kritisierten in einer Erklärung »gefährliche Manöver von
Militärflugzeugen« sowie »Ramm- und Blockadeaktionen im Südchinesischen
Meer«. Zudem äußerten sie sich besorgt über die Militarisierung
umstrittener Gebiete in den Gewässern, auf die China Ansprüche erhebt.