Der Siegerländer Gerd vom Bruch war der erste Abstiegsverhinderer bei Borussia Mönchengladbach. Und genau genommen der erste Feuerwehrmann des Klubs. Nun trauert Borussia um ihn: Vom Bruch ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

von RP / Karsten Kellermann · Heute, 22:30 Uhr · 0 Leser

Borussia Mönchengladbach trauert um Ex-Trainer Gerd vom Bruch.Borussia Mönchengladbach trauert um Ex-Trainer Gerd vom Bruch. – Foto: Timo Babic

Gerd vom Bruch hat Borussia vor einer Katastrophe bewahrt. Während es in Deutschland Ende 1989 eine Zeitenwende gab, stand Gladbach am Abgrund. Wer weiß, was aus dem stolzen Klub geworden wäre, wenn er schon 1990 abgestiegen wäre in die 2. Bundesliga.

Der Siegerländer, als Co-Trainer von Wolf Werner in die Saison gestartet, übernahm in höchster Not und sorgte dafür, dass Gladbach am Ende der Saison knapp über dem Strich stand als 15. der Tabelle. Ein schnödes 0:0 bei Bayer Uerdingen am letzten Spieltag brachte den einen Punkt, den Gladbach am Ende dem VfL Bochum voraushatte, der als 16. in die Relegation musste.

Am 22. November 1989 übernahm vom Bruch, nachdem Werner als erster Trainer in Gladbach vorzeitig entlassen wurde. So gesehen war vom Bruch der erste Feuerwehrmann am Bökelberg. Zehn Jahre zuvor, 1979, waren die Borussen ebenfalls in Abstiegsgefahr, doch da brachte die Rückkehr von Berti Vogts, dem lange verletzten Kapitän, frühzeitig die Wende. Nebenbei holte Gladbach noch den UEFA-Cup. Trainer Udo Lattek blieb damals im Amt.

Als vom Bruch seinen Dienst als Cheftrainer antrat, war Borussia nach einem 0:1 gegen Uerdingen ganz unten. Vom Bruch holte in der Rückrunde 19 Punkte, seine Borussia war vor allem heimstark (16:2 Punkte). Rang 15 war Gladbachs bis dahin schwächste Platzierung in der Bundesliga, doch vom Bruch erfüllte seinen Auftrag.

Gladbach: Vom Bruch war 627 Tage Trainer

In der folgenden Saison wurde Borussia Neunter, in der Spielzeit 1991/92 war nach zehn Spieltagen seine Zeit vorbei. Insgesamt war vom Bruch 627 Tage Gladbach-Trainer in einer komplizierten Zeit. 1,38 Punkte holte er im Schnitt. Damit könnte die Borussia von heute gut leben.

Als sie 1999 tatsächlich abstieg, stellte vom Bruch in der Zweitligazeit der Gladbacher als Kolumnist der RP-Redaktion die Gegner vor. Im Anschluss an seine Trainertätigkeit – nach der Zeit in Gladbach coachte er noch den Wuppertaler SV, Alemannia Aachen und Rot-Weiß Oberhausen – wurde vom Bruch Spielerberater.

Drei Borussen, die zu ihrer Zeit den Verein mitprägten, gehörten zu den Schützlingen seiner Agentur „Coaches and more“ (inzwischen mit „Roof“ fusioniert): Marcell Jansen, Marc-André ter Stegen und Christoph Kramer.

Vom Bruchs Blick war auch stets auf Borussia gerichtet, als er sich ins Private zurückgezogen hatte. Er war ein kritischer Geist, was seinen Ex-Verein angeht, doch blieb er dem Klub, den er vor dem ersten Abstieg bewahrte, immer zugeneigt. Nun ist vom Bruch, der am Niederrhein heimisch geworden ist, im Alter von 84 Jahren gestorben.