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Nach dem überraschenden Aus von Jörg Schmadtke scheint Hannover 96 die Nachfolge zügig geregelt zu haben. Der frühere Geschäftsführer hatte den Klub erst im März wieder verlassen – nach lediglich drei Monaten im Amt. Nun steht offenbar Jonas Boldt (44) vor dem Einstieg bei den Niedersachsen.
Nach BILD- und SPORT BILD-Informationen besteht bereits Einigkeit zwischen beiden Seiten. Der 44-Jährige soll künftig sowohl die sportliche Verantwortung übernehmen als auch als CEO fungieren. Eine offizielle Unterschrift wird zeitnah erwartet, möglicherweise noch im Laufe des Mittwochs. Aktuell laufen lediglich die abschließenden Abstimmungen.

Jonas Boldt (44) wird der neue starke Mann bei 96
Foto: picture alliance/Noah Wedel
Boldt war bis 2024 fünf Jahre lang beim Hamburger SV tätig und verantwortete dort als Sportvorstand die Geschicke des Traditionsvereins. Davor arbeitete der gebürtige Nürnberger über ein Jahrzehnt bei Bayer Leverkusen in verschiedenen leitenden Funktionen, unter anderem als Sportdirektor unter Rudi Völler (66).
Die Entscheidung für Boldt fiel am Dienstag im Rahmen einer Sitzung der Hannover-96-Management-GmbH. Vertreter des Stammvereins sowie der Profiabteilung unterstützten die Personalie einstimmig. Aus dem Umfeld des Klubs heißt es dazu: „Der beste Mann, den wir auf dem Markt für Hannover 96 bekommen können.“ Die Management GmbH verantwortet bei Hannover 96 die Besetzung der Führungspositionen. Nachdem es in der Vergangenheit häufig Spannungen zwischen den unterschiedlichen Lagern gegeben hatte, läuft die Zusammenarbeit inzwischen deutlich ruhiger ab. Die Einigung auf Boldt gilt intern deshalb auch als weiteres Zeichen der neuen Geschlossenheit. Bereits mehrere Entscheidungen in den vergangenen Monaten wurden ohne Streit getroffen – darunter Personalien rund um Marcus Mann, Henning Bindzus und Jörg Schmadtke.
Boldt schlug andere Anfrage aus
Mit Boldt verbinden die Verantwortlichen nun vor allem die Hoffnung auf langfristige Stabilität. Der ehemalige HSV-Boss hatte zuletzt auch eine Anfrage des FC Kopenhagen vorliegen, entschied sich jedoch gegen den dänischen Klub. Dort war eine Rolle als Sportvorstand vorgesehen, während Boldt gezielt eine Position mit umfassender Führungsverantwortung suchte. Schon in Hamburg war sein Aufgabenbereich deutlich breiter angelegt als nur der sportliche Bereich.
Das große Ziel bleibt bei Hannover 96 unverändert: die Rückkehr in die Bundesliga. Mit der bevorstehenden Besetzung der Chefetage soll nun auch die Vorbereitung auf die neue Saison wieder Fahrt aufnehmen. Bislang hatten die Gesellschafter personelle Entscheidungen – sowohl bei Transfers als auch im administrativen Bereich – vorerst gestoppt. In den kommenden Tagen könnten deshalb weitere Weichen gestellt werden. Denkbar ist, dass Ralf Becker nach seiner Übergangszeit wieder ausschließlich als Sportdirektor arbeitet. Auch Trainer Christian Titz dürfte zunächst im Amt bleiben. Obwohl Martin Kind (82) nach dem verpassten Aufstieg deutliche Kritik am Coach geäußert hatte, spricht derzeit intern vieles für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Ob Titz selbst diesen Weg mitgehen möchte, bleibt allerdings offen.