Beim Damwild entscheidet die Dame, welcher Hirsch sich mit ihr paaren darf – sowohl in der freien Natur als auch im Grafenberger Wildpark. Dort soll es den Weibchen während der Paarungszeit im Oktober und November nun leichter gemacht werden, sich für einen Hirsch zu entscheiden oder eben nicht. Möglich macht das ein neues „Hochzeitsgatter“, welches das Damwild-Gehege im Wildpark nun in zwei Bereiche trennt.
Der Durchlass ist so gestaltet, dass nur die Hirschkühe ungehindert und frei zwischen beiden Gehegen hin und her wechseln können. Die männlichen Hirsche hingegen können das Tor aufgrund ihres Geweihs nicht passieren. Damit sollen sie auch während der Brunftzeit gezielt von den Besucherbereichen getrennt gehalten werden können.
Durch das neue Gatter bleibt das Freigehege damit weiter ganzjährig für Besucher zugänglich. Gleichzeitig erhalten die Tiere zusätzliche Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und auszuruhen, heißt es von der Stadt. „Das neue Hochzeitsgatter bringt für unsere Tiere einen echten Mehrwert. Während der Brunftzeit können die Hirsche stressfreier gehalten werden, gleichzeitig entstehen zusätzliche Rückzugs- und Ruhebereiche für das gesamte Damwild – das ist besonders wichtig bei hohem Besucheraufkommen und für die Aufzucht der Jungtiere“, sagt Wildparkleiter Björn Porsche.
Realisiert wurde das Projekt im Rahmen der „Social Days“ durch elf Auszubildende des Mercedes-Benz Sprinterwerks Düsseldorf. Unter der Anleitung ihres Meisters Sebastian Langer und mit Unterstützung des Wildpark-Teams errichteten die Nachwuchskräfte das neue Gehege gemeinsam. Dabei wurden mehr als 100 Robinienpfähle gesetzt, Zaunanlagen gebaut sowie spezielle Tunneldurchlässe geschaffen. Das eingesetzte Holz hatte übrigens keinen langen Lieferweg hinter sich. So wurden überwiegend Hölzer verwendet, die aus nötigen Fällungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen im Wildpark oder Düsseldorfer Stadtwald stammten und von Mitarbeitern der Forstabteilung mit einem mobilen Sägewerk zu Brettern und Kanthölzern verarbeitet wurden.