Seit vielen Jahren forscht ein Team um Professor Dieter Willbold am Forschungszentrum Jülich und der Heinrich-Heine-Universität daran, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder ALS einmal therapieren zu können. 2017 entstand daraus das Unternehmen Priavoid als Ausgründung, das ein Medikament mit dem Wirkstoff PRI-002 sogar schon in die klinische Erprobung bringen konnte. Für diese Entwicklung wurde das Unternehmen im Rahmen des Düsseldorfer Arbeitgebertages nun mit dem Rheinischen Innovationspreis ausgezeichnet.
Als „potenziell weltverändernd“ bezeichnete Steffen Pörner, Geschäftsführer des Bankenverbandes NRW, die Forschung des Düsseldorfer Biotechnologie-Start-ups in seiner Laudatio. Rund 32 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachrichtungen sind derzeit bei Priavoid beschäftigt. Das Medikament soll einen innovativen Therapieansatz gegen die Erkrankungen ermöglichen, bei denen fehlgefaltete Proteine im Gehirn als Auslöser gelten.
Beim Jahrestreffen der Düsseldorfer Unternehmerschaft und Umgebung hoben viele Redner und geladene Gäste zudem die Bedeutung Nordrhein-Westfalens als wirtschaftsstärkstes Bundesland in Deutschland hervor. Insbesondere die Region Düsseldorf stehe für Innovationskraft, Mittelstand und Transformation, sagte Thomas Buschmann aus dem Vorstand der Unternehmerschaft zur Begrüßung. Zugleich würden eine zunehmende Bürokratisierung sowie europäische und nationale Regularien die Innovation hemmen, so Buschmann. „Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat, mehr unternehmerische Freiheit, um gestalten und wagen zu können.“
Bei ihm auf offene Ohren gestoßen sein dürfte dabei das Grußwort von Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU). Die Stadt verstehe sich als Partner der Unternehmen und wolle Verfahren schneller, digitaler und effizienter gestalten, sagte Keller in seiner Rede. Gerade bei den großen Herausforderungen wie Energiewende oder Fachkräftemangel möchte Düsseldorf eng mit den Unternehmen in der Stadt zusammenarbeiten, betonte das Stadtoberhaupt.
Ehrengast war in diesem Jahr Wolfgang Hattmannsdorfer, österreichischer Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus. Mit WDR-5-Moderator Uwe Schulz diskutierte der Minister über die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Industriestandorte, notwendige Strukturreformen sowie die Frage, wie Innovation und industrielle Stärke in Zeiten globaler Unsicherheiten gesichert werden können. Hattmannsdorfer stellte dabei die österreichische Industriestrategie als Beispiel für eine langfristig angelegte Standortpolitik vor.