Ebenfalls vorne mit dabei ist Stuttgart auf Platz 15, während Tübingen auf Platz 782 und Freiburg auf Platz 295 gelandet ist – was der Studie zufolge immer noch einer „sehr guten“ Daseinsvorsorge entspricht. Böblingens Nachbarstadt Sindelfingen ist auf Platz 88, die Nachbargemeinde Schönaich auf Platz 466.
Warum es sich in Böblingen besser lebt
Das Ranking hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) im Auftrag der Auftrag von Philip Morris GmbH gemacht. Die Forscherinnen und Forscher haben sich die Fragen gestellt: Wie gut ist meine Gemeinde versorgt, und wie wird diese Versorgung wahrgenommen. Zentrale Parameter für eine gute Versorgung sind den Forscherinnen und Forschern zufolge genug Ärzte und Schulen, schnelles Internet, eine gute Verkehrsanbindung und Freizeitangebote.
Böblingen schneidet beim Parameter Mobilität besonders gut ab und kommt auf Rang 16. Dafür untersuchten die Forscher der Studie zufolge die Qualität der Brücken, das Angebot im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), die Anbindung zu einer Autobahn und zu Flughäfen.
In ihrer Freizeit können die Böblingerinnen und Böblinger auf dem Oberen See Boot fahren (Archiv). Foto: Eibner-Pressefoto/Tyson Jopson
Das, was in Böblingen im Alltag manchmal nervt, viele Baustellen, Umleitungen und verspätete Busse und Bahnen, zeugt auf der anderen Seite von einer Angebotsvielfalt, die der Grund für die gute Platzierung ist. Es gibt die S-Bahnen nach Stuttgart, Sindelfingen und Renningen, Fernverkehr nach Zürich, Züge nach Stuttgart und Singen, Stadtbusse, eine Autobahn vor der Haustür und den Stuttgarter Flughafen in der Nähe.
Wie Böblingen bei Bildung und Gesundheit abschneidet
Bei den anderen Parametern schneidet Böblingen etwas schlechter ab, bewegt sich aber immer noch – bei knapp 11.000 Gemeinden – im vorderen Bereich. So landet die Stadt bei der Gesundheit auf Rang 310, bei der Bildung auf Rang 515, bei Freizeit auf Rang 1401 und bei der Digitalisierung auf Rang 1656.
Für den Parameter Gesundheit schauten die Forscher danach, wie viele Hausärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Pflegeeinrichtungen in erreichbarer Nähe sind, bei der Bildung spielt die Anzahl der Grundschulen, Gymnasien, weiterführenden Schulen und Kitas in Relation zur Zahl der Kinder und Jugendlichen eine wichtige Rolle, und für den Freizeitaspekt wurde untersucht, wie viele Schwimmbäder, Theater und Museen vorhanden sind.
Forscher untersuchten Zufriedenheit
Um herauszufinden, wie das vorhandene Angebot wahrgenommen wird, haben die Studienautoren mehr als 5000 Menschen interviewt. Demnach bewerten 53 Prozent der Menschen in Deutschland ihre Daseinsvorsorge als positiv, lediglich jeder Vierte ist unzufrieden.
Aufgeteilt nach Parteianhängerschaften überwiegt laut IW nur bei den AfD-Anhängern die Unzufriedenheit – auch dann, wenn das Lebensumfeld und soziodemografische Unterschiede herausgerechnet wurden. Daraus schließen die Autoren: „Entscheidend sind nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr, wie diese wahrgenommen werden.“