Hendrick Wüst ehrt Schauspieler

„Lindenstraße“-Stars erhalten Auszeichnung für besonderen Kuss

28.05.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 2 Min.

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„Lindenstraße“: Schauspieler Claus Vinçon, Produzent Hans W. Geißendörfer und Schauspieler Georg Uecker bei der langen Kultnacht der Lindenstraße im Dezember 2010. (Quelle: imago stock&people)

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Die ARD-Serie „Lindenstraße“ griff schon früh Themen auf, die damals kaum im TV stattfanden. Jahrzehnte später werden nun mehrere Beteiligte gewürdigt.

Eine Szene aus einer deutschen Fernsehserie schrieb Anfang der 1990er Jahre TV-Geschichte. Nun werden mehrere Beteiligte dafür und für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht am Dienstag, 2. Juni, den Verdienstorden des Landes an insgesamt 15 Persönlichkeiten – auch an ehemalige „Lindenstraße“-Schauspieler.

Wie „Bild“ berichtet werden nach Angaben der Staatskanzlei damit Menschen geehrt, die sich für Offenheit, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander einsetzen sowie die Gleichberechtigung queerer Menschen stärken. Zu den Ausgezeichneten gehören auch Georg Uecker und Claus Vinçon, die in den 90er-Jahren in der „Lindestraße“ mitspielten, sowie Serienerfinder Hans W. Geißendörfer. Im Mittelpunkt steht dabei eine Szene aus dem Jahr 1990: Damals küsste Georg Uecker in seiner Rolle als Dr. Carsten Flöter seinen Kollegen Martin Armknecht in der ARD-Serie. Es war der erste schwule Kuss im deutschen Fernsehen.

In der Begründung des Ministerpräsidenten-Büros heißt es laut „Bild“ dazu: „Dass der erste Kuss eines gleichgeschlechtlichen Paares in der Lindenstraße gezeigt wurde, war ein Zeichen gesellschaftlicher Öffnung und ein wichtiges Signal für viele Menschen, die sich bis dahin kaum repräsentiert fühlten“.

„Gesellschaftliche Debatten angestoßen“

Über die drei Geehrten heißt es in der Begründung weiter, sie hätten sich „über viele Jahre für eine gesellschaftliche Öffnung, Aufklärung und Akzeptanz engagiert. Sie haben gesellschaftliche Debatten angestoßen, lange bevor Vielfalt selbstverständlich war.“

Georg Uecker engagiert sich seit den 1980er Jahren für die queere Community. Außerdem unterstützt er als Pate das Projekt „Holzwickede ohne Rassismus – Holzwickede mit Courage“. Regisseur und Produzent Hans W. Geißendörfer hatte die „Lindenstraße“ 1985 gemeinsam mit dem WDR gestartet. Die Serie griff früh Themen wie HIV und gleichgeschlechtliche Beziehungen auf. Darüber hinaus setzt sich Geißendörfer für den Filmnachwuchs und den Erhalt des deutschen Filmerbes ein.

Claus Vinçon engagiert sich seit Jahren öffentlich für Prävention, Aufklärung und gesellschaftliche Vielfalt. Als Botschafter der Kampagne Herzenslust der Aidshilfe NRW setzt er sich für HIV- und AIDS-Prävention bei schwulen und bisexuellen Männern ein. Zudem gehört er dem Kuratorium der Organisation an und engagiert sich im Arbeiter-Samariter-Bund Köln.