Belegte Parkplätze am Höhenfreibad Killesberg. Das sorgt an heißen Tagen für ein Chaos – auch in den angrenzenden Straßen. Die Stadt möchte diese nun strenger kontrollieren. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Einfahrtkontrollen, verstärkte Streifen der Verkehrsüberwachung und eine Sperrung wegen einer Baustelle – nicht jeder Gast wird direkt am Freibad einen Parkplatz finden.
Die ersten Hitzetage des Jahres haben über die Pfingstfeiertage für einen regelrechten Ansturm auf die Stuttgarter Freibäder gesorgt. Wer konnte, versuchte die Sonnenstrahlen im Freien zu genießen und für eine Abkühlung im Schwimmbecken zu sorgen. In den fünf Einrichtungen in der Landeshauptstadt wurden über das lange Wochenende fast 45 000 Besucher gezählt, Spitzenreiter war das Freibad Rosental in Vaihingen mit mehr als 6000 Gästen am Pfingstmontag. Doch die erfreuliche Bilanz zeigt auch die Problemseite: „Auf den Parkplätzen kann es eng werden“, weiß Jens Böhm, Pressesprecher des städtischen Eigenbetriebs Bäder Stuttgart.
Im Blick hat er dabei vor allem die drei größten Anstalten: Das Inselbad in Untertürkheim, das Freibad Rosental sowie das Höhenfreibad Killesberg. Bei ersterem will der Eigenbetrieb wieder auf eigene Faust kontrollieren. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Autos bei der Einfahrt auf den Parkplatz an der Inselstraße von einem Mitarbeiter eines externen Ordnungsdienstes angehalten und geprüft, ob es sich auch tatsächlich um Badegäste handelt. Hintergrund ist, „dass die Stellflächen immer wieder bereits frühmorgens von Mitarbeitern von umliegenden großen Firmen belegt wurden“, sagt Böhm. Das hatte für großen Ärger gesorgt.
Am Höhenfreibad Killesberg fällt ein Drittel der Parkfläche weg
Doch die Kontrollen in Untertürkheim sind die Ausnahme in Stuttgart. „Und nur möglich, weil dort der externe Ordnungsdienst im Einsatz ist“, erklärt Böhm. In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu sexuellen Übergriffen und anderen Delikten im Inselbad gekommen. An den anderen beiden großen Standorten am Freibad Rosental und am Höhenfreibad Killesberg seien hingegen keine eigenen Kontrollen geplant. Dies sei äußerst schwierig, „weil wir dafür zusätzliches Personal zur Verfügung stellen müssten“, sagt der Bädersprecher angesichts des sowieso schon enormen Fachkräftemangels.
Übliches Bild: Bei großem Ansturm suchen sich die Badegäste auch Ausweichflächen zum Parken auf der Wiese. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Wohlwissend, dass am Freibad Rosental in Vaihingen viele Besucher an heißen Tagen gerne auch auf die umliegenden Wohngebiete und auch den angrenzenden Grünzug ausweichen würden. Zudem zeichne sich am Parkplatz des Höhenfreibads Killesberg in diesem Jahr eine besondere Situation ab. Bereits jetzt reichen die Parkplätze oft nicht aus. Nun müssen die Badegäste zusätzlich auf ein Drittel der Fläche verzichten. Daher könnte es auf der schmalen Zufahrt über die Lenbachstraße noch kritischer werden. Beim städtischen Eigenbetrieb geht man davon aus, „dass es an besonders heißen und besucherstarken Tagen zu Engpässen kommen wird“, betont Böhm.
Denn auf Beschluss des Gemeinderats soll auf dem Bereich an der Ecke zur Burghaldenstaffel eine Flüchtlingsunterkunft entstehen. „Am Mittwoch, 27. Mai, erfolgte der offizielle Baustart“, bestätigt Stadtsprecherin Frederike Myhsok. Seitdem ist der Bereich des Parkplatzes abgesperrt. Die Stadt hat die besondere Situation im Blick. „An Sonn- und Feiertagen überwacht der städtische Vollzugsdienst die Bereiche rund um die Freibäder“, betont Myhsok. Unter der Woche übernehme diese Aufgabe die Verkehrsüberwachung – „teilweise auch mit Schwerpunktkontrollen“. Neben der Kontrolle von Falschparken, sollen vor allem mögliche Gefahrensituationen bereinigt werden.
Generell empfiehlt die Stadt den Freibadbesuchern die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Einen ersten Härtetest könnten die nächsten Tage in den Pfingstferien liefern, schließlich sollen die Temperaturen teilweise wieder auf über 30 Grad klettern.