Vermutlich haben sich in seinen Bars schon zahlreiche Ehen angebahnt, jetzt hat Walid El Sheikh selbst geheiratet. Überraschend: Der Macher der „fett Weinbar“ oder des „Sir Walter“ hielt als einer der größten Gastgeber der Stadt seine eigene Feier ganz klein. Nur die Familie, sehr enge Freunde und viele Kinder – genau so, wie Walid El Sheikh (48) und seine Frau Sara (31) es sich vorgestellt hatten.

„Es war uns ein großes Anliegen, privat zu heiraten“, erzählen die beiden am Tag nach der Hochzeit. Nur etwa 20 Erwachsene und acht Kinder begleiteten das Paar ins Standesamt. Später am Abend kamen noch einige wenige Freunde dazu. Sie alle kennen die Geschichte des Paares, die vor fünf Jahren an der Baustelle der Kult-Location „Paradise Now“ im Medienhafen beginnt.

Walid und Sara hatten sich gerade kennengelernt und der Unternehmer führte sie zwei Stunden durch den Rohbau an der Hammer Straße. Der Unternehmer sprach über Materialien, Lichtideen und seine Visionen. „Das war unser erstes richtiges Treffen“, erzählt Walid schmunzelnd. „Ich war wahrscheinlich einfach nervös und habe deswegen die ganze Zeit über die Baustelle gesprochen.“

Das erste richtige Date folgte wenig später in Oberkassel auf dem Barbarossaplatz bei Pizza und einem Gespräch bis tief in die Nacht. Schon damals sei klar gewesen, dass es etwas Ernstes werden könnte, sagen beide: „Wir haben eigentlich schon unsere ganze Lebensplanung besprochen.“ Kinder, Familie – Zukunft.

Die Gegenwart war damals so, dass beide in einer intensiven Lebensphase steckten. Walid eröffnete mit dem „Paradise Now“ ein Restaurant, das nach dem Essen zum Club wird – so etwas gab es in der Stadt noch nicht. Sara studierte Zahnmedizin, danach zusätzlich Humanmedizin – mit dem Ziel, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin zu werden.

Das Paar wurde Eltern von Zwillingen, die heute drei Jahre alt sind. Auch Walids ältere Tochter (13) gehört zur Familie. „Das waren wir ja schon, jetzt sind wir es auch auf dem Papier“, sagt Walid lächelnd. „Dass wir irgendwann heiraten würden, stand schon lange fest. Der Antrag war deshalb nicht so überraschend, aber sehr romantisch“, berichtet Sara. An Weihnachten 2024 hielt Walid um ihre Hand an. Liebe als Geschenk.

Der Romantik folgte die Realität: In Düsseldorf ist es nämlich nicht so leicht, einen Termin beim Standesamt zu bekommen. Lange suchte die Braut, immer wieder waren die begehrten Zeiten vergeben. Spät in der Nacht entdeckte sie einen freien Slot: 26. Mai 2026, 10 Uhr.

Am Ende passte alles und auch das Wetter spielte mit. Vom Standesamt an der Inselstraße ging es für das frisch vermählte Paar ein paar Meter weiter zur Außenterrasse des „Casa Palmieri“ im Hofgarten. Michelangelo Palmieri ist ein enger Freund der Familie, er hatte eine lange Tafel vorbereitet, verziert mit Blumen von Promi-Florist Victor Breuer. Viele Spaziergänger blieben stehen, lächelten oder gratulierten spontan. „Das war das Schöne“, sagt die Braut. „Man war unter sich und trotzdem mitten im Herzen der Stadt.“

Abends wurde Kostenpflichtiger Inhalt im „New International Club Stop“ weitergefeiert, El Sheikhs jüngstem Projekt. Die „Trinkhalle der schönen Dinge“ (O-Ton Walid) soll bald eröffnen, jetzt kehrte für ein paar Stunden schon mal Leben ein. „Die Menschen waren unglaublich freundlich“, erzählt der Unternehmer. „Viele haben gratuliert oder einfach kurz durchs Fenster gewunken.“ Und Sara ergänzt: „Wir hatten wirklich Zeit füreinander. Das fehlt auf vielen großen Hochzeiten.“ Dabei habe sie früher eigentlich immer von einer großen Feier geträumt – mit Schleier, langer Tafel und allen Freunden. „Ich bin heute wahnsinnig froh, dass wir es genau so gemacht haben.“

Die Flitterwochen werden übrigens eher Flittertage. Im Sommer möchte das Paar ein Wochenende nach Paris reisen – ein Geschenk der Familie. Mit den Kindern geht’s dann nach Mallorca. Die Herzens-Insel der beiden. Aber es ist eben auch viel zu tun: Während Sara ihre medizinische Laufbahn fortsetzt, arbeitet Walid gleichzeitig an mehreren Konzepten. Trotzdem nimmt sich das Paar bewusst Zeit als Familie.

In seinen Läden in der Altstadt ist Walid El Sheikh deshalb auch nicht mehr so oft wie noch vor einigen Jahren. „Früher war ich immer der Letzte“, erzählt er: „Heute fahre ich lieber nach Hause zu den Kindern und zu meiner Frau.“ Früher tanzte Walid auf vielen Hochzeiten, nach der Hochzeit tanzen weiter alle bei ihm.