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Jetzt geht’s um alles in Hamburg – für den THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt. Nur 80 Kilometer trennen die Klubs – und doch ist es eine der größten Rivalitäten im deutschen Handball. Seit Jahrzehnten kämpfen sie um Titel, um Prestige, um die Macht im Norden. In dieser Saison aber stehen beide noch ohne Trophäe da. Die Meisterschaft? Früh außer Reichweite. Der DHB-Pokal? Für beide im Viertelfinale beendet. Die EHF Finals in Hamburg sind die letzte Titelchance!
Foto: Dyn
Das Final Four der European League in der Barclays Arena vor mehr als 10.000 Zuschauern. Die letzte Möglichkeit, dieser Saison doch noch Glanz zu geben. Es sind die gleichen Halbfinals wie 2025. Flensburg (Cup-Sieger 2024 und 2025) trifft am Samstag erneut auf die MT Melsungen (15.30 Uhr, DAZN und Dyn). Kiel spielt zuvor wieder gegen Montpellier (12.30 Uhr, DAZN und live bei Dyn/Anzeige). Im Vorjahr zogen Flensburg und Montpellier ins Finale ein. Ein sportliches Déjà-vu – mit enormem Druck.
Denn der Sieger qualifiziert sich für die Champions League, sofern die Füchse Berlin Platz 2 halten. Und diese Qualifikation wäre finanziell fast wertvoller als der Titel: der 1-Million-Jackpot! Der Unterschied zwischen Königsklasse und European League bewegt sich nach Aussage von THW-Boss Viktor Szilagyi (47) sicher in einem „hohen sechsstelligen Bereich“.

Nationaltorwart Andreas Wolff (35) sicherte dem THW Kiel gegen RK Našice den Einzug ins Halbfinale in Hamburg. Auch Wolff mit dem THW in die Champions League
Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto
Im Fokus steht einer ganz besonders: Johannes Golla (28). Der SG-Kapitän trifft im Halbfinale ausgerechnet auf die MT Melsungen – seinen künftigen Klub. Noch vier Spiele absolviert Golla für Flensburg, dann folgt der Wechsel in seine hessische Heimat. Ab Juli trägt er das Trikot der MT. Brisant: Sollte Flensburg das Halbfinale gewinnen, wäre Melsungen (mit Golla) in der kommenden Saison europäisch nicht vertreten.
Golla sagt: „Man spürt, dass dieses Jahr noch einmal mehr dranhängt als im vergangenen Jahr. Alle Mannschaften spielen da nicht nur um den Titel, der eine Saison auch krönen kann. Alle haben auch die Champions-League-Qualifikation im Hinterkopf.“
Die Vorfreude überwiegt trotz Druck. „Wir haben ja in den letzten beiden Jahren super Erinnerungen an dieses Final Four in Hamburg. Unsere Zuschauer-Fan-Ecke ist wieder ausverkauft, viele Menschen aus Flensburg werden uns erneut unterstützen. Das ist unser Highlight der Saison.“
Über die Handball-Bundesliga hat Flensburg die Champions-League-Qualifikation nur noch theoretisch in der eigenen Hand. Die SG muss auf Patzer von Berlin hoffen. Golla sagt: „Die Champions-League-Qualifikation über die Bundesliga war eines der großen Ziele, die wir uns vor der Saison gesteckt haben. Da sind wir jetzt im Hintertreffen. Trotzdem kann die Saison immer noch vernünftig enden, wenn wir das Wochenende gut spielen und auch die Bundesliga vernünftig zu Ende bringen.“
Mitten im Spiel: Handballer verteidigt plötzlich halbnackt
Quelle: Dyn24.05.2026
Die Gesamtlage nennt er „irgendwie verrückt“. Sein Fokus ist klar formuliert: „Mit Flensburg die Champions-League-Qualifikation schaffen. Dafür haben wir das ganze Jahr gearbeitet. Uns erwartet ein extrem heißer Tanz am Samstag.“
Spürt sein Körper die Belastung zum Ende der Saison? Golla: „Ich bin urlaubsreif. Aber dadurch, dass es um so viel geht und man noch große Ziele hat, schafft man es relativ gut, das alles dem unterzuordnen. Aber wenn die Saison vorbei ist und man mal ein paar Tage nicht in der Handballhalle stehen muss, dann wird das sicherlich gut.“
