Mietmarktanalyse
1.000 Euro Miete in Frankfurt: Was übrig bleibt, wird immer weniger
29.05.2026 – 03:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Frankfurt am Main ist für Mieterinnen und Mieter eine der teuersten Städte in Deutschland. (Archivbild) (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-bilder)
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Für 1.000 Euro Kaltmiete gab es in Frankfurt 2022 noch 69 Quadratmeter – heute sind es nur noch 61. Was hinter dem Schwund steckt und wen es besonders hart trifft.
Acht Quadratmeter weniger Wohnfläche für dasselbe Geld: Wer in Frankfurt am Main eine Wohnung sucht und monatlich 1.000 Euro Kaltmiete budgetiert, bekommt heute im Schnitt nur noch 61 statt 69 Quadratmeter. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Immobilienportals Immowelt hervor, das die Angebotsmieten von Bestandswohnungen in 80 deutschen Großstädten zu zwei Zeitpunkten verglichen hat: März 2022 und März 2026.
Der Rückgang entspricht einem Kaufkraftverlust von 11,6 Prozent in nur vier Jahren. Frankfurt liegt damit im Mittelfeld der großen deutschen Metropolen – hinter Berlin mit einem Minus von 16 Quadratmetern und Hamburg mit minus 12, aber vor Köln mit minus 9 und München mit minus 7. Dass die Finanzmetropole dennoch deutlich spürbar teurer geworden ist, zeigt: Der Druck auf den Mietmarkt macht auch vor wirtschaftsstarken Städten nicht halt.
Immowelt-CEO: Spirale wird sich weiterdrehen
Zur Einordnung: Das mittlere monatliche Haushaltsnettoeinkommen in Deutschland liegt laut Statistischem Bundesamt bei 3.176 Euro. Wer 1.000 Euro für die Kaltmiete aufwendet, gibt damit bereits fast ein Drittel seines Nettoeinkommens allein für den Wohnraum aus; Nebenkosten, Strom und Heizung noch nicht eingerechnet.
Die Lage sei besorgniserregend, warnt Immowelt-CEO Theo Mseka: „Ohne gezielte Entlastungen beim Bauen wird sich die Spirale aus schrumpfenden Flächen und steigenden Mieten weiterdrehen.“
Bundesweites Phänomen mit lokaler Wucht
Der Kaufkraftverlust auf dem Mietmarkt ist kein reines Frankfurter Problem, aber er trifft die Stadt mit voller Wucht. In 60 der 80 untersuchten Städte ist die leistbare Wohnfläche für 1.000 Euro binnen vier Jahren um mindestens 10 Prozent gesunken. Die Entwicklung hat damit längst breite Teile des deutschen Wohnungsmarktes erfasst.
Verantwortlich dafür ist laut der Analyse ein Zusammenspiel aus vier Faktoren. Die Baukosten sind seit Anfang 2022 um 25,9 Prozent gestiegen, mit der Folge, dass kaum noch neuer Wohnraum entsteht, weil sich Projekte für Investoren nicht mehr rechnen. Gleichzeitig geben Vermieter höhere Kosten für Instandhaltung und Modernisierung an Mieter weiter.
Wohnungssuchende wandern ins Umland ab
Hinzu kommt die Zinswende ab 2022: Der sprunghafte Anstieg der Bauzinsen hat den Eigenheimwunsch vieler Mittelschichtfamilien zunichtegemacht. Wer sich keinen Kredit mehr leisten kann, bleibt Mieter und erhöht damit den Druck auf ein ohnehin knappes Angebot.
Ein dritter Faktor ist der sogenannte Überlauf-Effekt: Wohnungssuchende, die sich teure Metropolkerne nicht mehr leisten können, weichen auf umliegende Städte aus. Diese Nachfragewelle trifft dort auf zu wenig Angebot – und lässt die Preise steigen. Schließlich verstärkt ein Nachholeffekt die Dynamik in Städten mit historisch niedrigen Mieten: Dort schlägt jede absolute Erhöhung prozentual besonders stark zu Buche – weil die Ausgangsbasis gering war.
