Neue Genehmigung
Putin militarisiert Russlands Unternehmen
29.05.2026 – 07:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein russischer Soldat vor einem Flugabwehrsystem des Typs Pantsir (Archivbild): Private Unternehmen dürfen künftig schwere Waffen erwerben.
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Nach ukrainischen Drohnenschlägen wird die Abwehr in Russland neu organisiert. Private Betriebe dürfen nun auch Flugabwehrsysteme beschaffen.
Die russische Regierung erlaubt privaten Unternehmen künftig den Erwerb schwerer Waffen zur Abwehr von Drohnenangriffen. Das berichtet unter anderem der russische Sender RBC unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Demnach gilt die Genehmigung für Waffen mit großem Kaliber wie Flugabwehrsysteme und Geschütztürme, aber auch für Radarsysteme und Spezialfahrzeuge.
Zuvor war es Privatunternehmen ausschließlich erlaubt, „passive Sicherheitsausrüstung“ wie Systeme zur elektronischen Kampfführung sowie Kleinwaffen für die Drohnenabwehr zu erwerben. Mobile Flugabwehrteams sollen nun schnellstmöglich mit großkalibrigen Waffen ausgerüstet werden. Zusätzlich sollen vor allem im europäischen Teil Russlands neue Einheiten aufgestellt werden. In der Regel nutzt Russland dazu Armeereservisten.
Russischer Lobbyist wirbt bei Putin um Flugabwehrsysteme
Am Dienstag hatte der Vorsitzende des russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer, Alexander Schochin, bei Kremlchef Wladimir Putin um die Maßnahme geworben. Er forderte dazu klare Finanzierungsmodelle für Waffenkäufe durch Unternehmen.
Hintergrund ist die deutliche Zunahme ukrainischer Drohnenangriffe in den vergangenen Monaten, die insbesondere russische Öl- und Gasanlagen ins Visier nahmen. Regelmäßig gibt es jedoch auch Tote und Verletzte bei Drohnentreffern an zivilen Gebäuden. Am Mittwoch hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Ausweitung der Angriffe angekündigt.
Um sich gegen diese Angriffe zu verteidigen, unternimmt Russland derzeit allerlei Maßnahmen. Am vorvergangenen Wochenende hatten Dutzende ukrainische Drohnen diverse Luftverteidigungsringe der russischen Hauptstadt Moskau durchbrochen. Nun werden auch Hochhäuser in Moskau mit Flugabwehrsystemen ausgerüstet:
Im Video | Ungewöhnliche Luftabwehr in Moskau gefilmt
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Russland droht Ukraine mit massiven Angriffen
Auch Russland setzt seine Luftkampagne gegen die Ukraine fort. Über das Pfingstwochenende hatte die russische Armee die Ukraine und speziell die Hauptstadt Kiew massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei setzte sie auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Wenige Tage zuvor hatte Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew mit einem der schwersten Angriffe mit Drohnen und Raketen seit Beginn seines Angriffskriegs gegen das Nachbarland vor mehr als vier Jahren überzogen.
Am Montag kündigte Russland dann neue „systematische“ Angriffe auf Kiew an. Ausländer und Diplomaten würden daher aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen“, erklärte das russische Außenministerium. „Wir warnen ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen.“ Die Drohungen wurden international scharf verurteilt.
