Kampfjets für die Ukraine

„Für den Gripen würde ich meine Seele verkaufen“

29.05.2026 – 14:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Gripen-Kampfjets der brasilianischen Luftwaffe: 2027 soll auch die Ukraine die ersten Exemplare erhalten. (Symbolfoto)Vergrößern des Bildes

Gripen-Kampfjets der brasilianischen Luftwaffe: 2027 soll auch die Ukraine die ersten Exemplare erhalten. (Symbolfoto) (Quelle: Saab)

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Noch richten russische Gleitbomben verheerende Schäden in der Ukraine an. Schwedische Gripen-Kampfjets sollen helfen – dank ihrer modernen Bewaffnung.

Für die ukrainische Luftwaffe könnte er einen entscheidenden Beitrag im Abwehrkampf gegen Russland leisten: der schwedische Kampfjet Jas 39 Gripen. 20 Exemplare der neuesten Version E/F hat Kiew nun in Stockholm bestellt, und die schwedische Regierung legt noch 16 weitere Jets der älteren Version C/D obendrauf – als Spende.

Die ersten älteren Jets soll die Ukraine 2027 erhalten. Die neueren Gripen E/F, die über stärkere Motoren, eine höhere Reichweite, ein fortschrittlicheres Radar und modernere Elektronik verfügen, sollten ab 2030 bereitstehen, heißt es. 2,5 Milliarden Euro aus EU-Krediten wendet Kiew für den Kauf auf, langfristig will die Ukraine bis zu 150 der Maschinen beschaffen. Der Gripen wäre dann das Rückgrat der ukrainischen Luftwaffe.

Russische Gleitbomben überfordern Ukraine

Bislang ist die Ukraine auf wenige Dutzend US-Kampfjets vom Typ F-16, einige ältere Mirage-Flugzeuge aus Frankreich sowie eine unbekannte Zahl an Kampfjets der Typen Su-27 und MiG-29 aus Sowjetzeiten angewiesen. Die Wende im Luftkampf gegen Russland ist der Ukraine damit bisher aber nicht gelungen. Das größte Problem für die Ukraine sind dabei Gleitbomben, die russische Kampfjets 200 Kilometer von ihrem Ziel entfernt ausklinken und dann abdrehen können.

imago images 0857791900Vergrößern des BildesDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson bei der Verkündung des Gripen-Deals am Donnerstag in Stockholm. (Quelle: IMAGO/Christine Olsson/TT/imago)

Die russischen Gleitbomben können zwischen 250 Kilo und 1,5 Tonnen Sprengstoff ins Ziel tragen und richten verheerende Schäden an. Russland bombardiert damit immer wieder Wohngebiete in frontnahen Städten, aber auch Frontstellungen der ukrainischen Armee. Schon ein einzelner Treffer kann eine Bresche in die ukrainischen Linien schlagen – und die ukrainischen Kampfjets können oft nichts dagegen ausrichten. Ihren Waffen fehlt schlicht die Reichweite.

„Die Rakete wäre in dieser Hinsicht ein Gamechanger“

Die gegenwärtige Standardbewaffnung der ukrainischen Kampfjets sind Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-120. Diese haben aber nur eine maximale Reichweite von 180 Kilometern – zu kurz, um die russischen Kampfjets mit ihren Gleitbomben auf Abstand zu halten. Der schwedische Gripen-Jet dagegen kann dagegen mit einer leistungsfähigeren Rakete bewaffnet werden: der Meteor-Rakete des europäischen Hersteller-Konsortiums MDBA. Sie hat eine Reichweite von 200 Kilometern und könnte die russischen Jets aus ukrainischem Luftraum verdrängen.