Amt erkennt „erhebliche Mängel“

Zooleitung schmeißt hin – und lässt 27 Tiere im Stich

29.05.2026 – 15:04 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein Walliser Schwarznasenlamm (Symbolbild): Insgesammt wurden 27 Tiere unversorgt zurückgelassen. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/photoholic/imago)

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Seit Monaten gibt es Missstände in einem Streichelzoo in Berlin. Jetzt wird die Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt – und muss sich um eine Vielzahl von Tieren kümmern.

Die Stadt Berlin muss alle Tiere aus einem Streichelzoo in Hellersdorf pflegen – weil die bisherigen Betreiber hingeschmissen haben und sich nicht mehr um die Tiere kümmern. Wie das Bezirksamt Berlin-Hellersdorf am Donnerstag erklärte, wurden die insgesamt 27 Tiere der „Hellen Tierarche“ unversorgt zurückgelassen.

Laut Bezirksamt wurden in dem Zoo „erhebliche Mängel“ festgestellt. Für die Tiere habe es etwa weder ausreichendes noch artgerechtes Futter gegeben. Hätte das Bezirksamt nicht direkt eingegriffen, „wären die Tiere in Lebensgefahr geraten.“

Der Zoo hatte es sich ursprünglich auf die Fahnen geschrieben, Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind, ein Zuhause zu bieten. Zu den jetzt zurückgelassenen Tieren gehören laut Bezirksamt Thüringer Waldziegen, Walliser Schwarznasenschafe, Braune Bergschafe und Mangalitza-Wollschweine.

Problem-Zoo: Auch AfD mischt mit

Die „Helle Tierarche“ war schon in der Vergangenheit wegen Mängeln aufgefallen: Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, wurden in dem Zoo seit Sommer 2025 wiederholt unangekündigte Kontrollen durch das Veterinäramt durchgeführt.

Die Ärzte dokumentieren etwa, dass das Futter von Mäuse- und Rattenkot durchsetzt war. Im Winter sei außerdem ausreichendes Trinken nicht gesichert gewesen. Im Februar 2026 sei schließlich die Schließung des Zoos angeordnet worden.

Dabei gab es im Januar dieses Jahres noch einen Wechsel im Vorstand des zuständigen Vereins: Ralf Lechelt, der für die AfD im Gemeinderat von Waldsieversdorf sitzt, übernahm die Aufgaben von einem SPD-Politiker.

Noch Anfang des Monats kündigte Lechelt gegenüber dem „Tagesspiegel“ an, dass der Zoo bis zum ersten Juni wieder eröffnet werden soll. Der Bezirksbürgermeister von Hellersdorf, Nadja Zivkovic (CDU), erklärte in der Mitteilung, dass der Zoo erhalten werden soll.