Konkret sagte Wagner, es sei begrüßenswert, wenn die Bildungslandschaft zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust und anderen NS-Verbrechen erweitert werde. Allerdings seien die Voraussetzungen dafür in Deutschland und Israel sehr unterschiedlich. Das ergebe sich allein schon aus den verschiedenen Perspektiven, die man als Opfer- bzw. Tätergesellschaft einnehme. Darüber hinaus zeige Yad Vashem einen relativ affirmativen Zugriff auf die Geschichte.
Das sehe man schon in der Architektur der Dauerausstellung: „Man geht gewissermaßen runter in das Tal, in die Katastrophe des Holocausts. Und am Ende der Ausstellung geht es dann wieder aufwärts und man kommt in ein großes Fenster und sieht das Ende der Geschichte. Und das Ende der Geschichte ist der Staat Israel, und man sieht auch in die besetzten Gebiete hinein.“
Darin läge eine gewisse Deutung, so Wagner weiter im Gespräch mit der ARD, die man in Deutschland vermeide – zumindest versuche man, sich in der Gedenkstättenarbeit bei solchen „affirmativen Deutungen“ „eher zu enthalten“.
Quelle: ARD/MDR Kultur; redaktionelle Bearbeitung: tmk