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Nach der Hitze kommt der Knall: Bereits am Freitagabend rollten schwere Unwetter über Deutschland. Vor allem den Nordwesten hat es voll erwischt: Gewitter, Starkregen, Hagel! Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Unwetterwarnung der Stufe 3 herausgegeben.

Bis zu den Knien steht ein Fußgänger im Wasser, der Boden kann den immensen Regen nicht aufnehmen
Foto: extremwetter.tv

In Dortmund kam es am Abend zu vielen Feuerwehreinsätzen wegen herunterfallender Äste
Foto: News4 Video-Line TV
Das Hoch, das die letzten Tage für Sommer-Feeling gesorgt hat, zieht sich langsam nach Südosten zurück. Diplom-Meteorologe Dominik Jung zu BILD: „Es ziehen am Abend von Holland aus Gewitter nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In NRW waren es heute zum Teil 33 Grad und da zieht jetzt die Kaltfront rein. Da kann es jetzt zwischen Nordsee und nördlichem Rheinland-Pfalz ordentlich knallen und regnen. Im Osten kommt nichts an.“

In Rheine stürzten mehrere Bäume durch das Unwetter um
Foto: extremwetter.tv

Kaum noch zu sehen: Ein Auto steht in einer überfluteten Straße in einer Unterführung in Rheine (NRW)
Foto: Bernd März/extremwetter.tv/dpa
Feuerwehr warnt: Bleiben Sie zu Hause
In Nordrhein-Westfalen wurde die Feuerwehr zu unzähligen Einsätzen gerufen: umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller. Wegen beschädigter Oberleitungen blieb die Bahnstrecke zwischen Soest und Dortmund gesperrt. Andere Züge warteten in Bahnhöfen auf das Vorbeiziehen des Unwetters, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Feuerwehr in NRW appellierte an die Bevölkerung: „Bleiben Sie während des Unwetters möglichst zu Hause und suchen Sie geschlossene Räume auf.“

Dicke Hagelkörner regneten in Rheine (Nordrhein-Westfalen) vom Himmel
Foto: extremwetter.tv
Bis vier Zentimeter große Hagelkörner
Der DWD rechnet mit einem ordentlichen Wumms: Es seien, so die Meteorologen, Sturmböen bis 110 km/h möglich, Starkregen um die 30 Liter pro Quadratmeter und Hagelkörner mit einem Durchmesser von zwei bis vier Zentimetern. Wetterexperte Dr. Karsten Brandt: „Besondere Vorsicht gilt im Münsterland und in Niedersachsen, auch in NRW.“ Zwar beruhigt sich die Wetterlage am Samstag etwas, am Sonntag soll es aber weitergehen mit Blitz, Donner und Regen.

In Rheine richtete der Sturm schwere Schäden an den Bäumen an, zerfetzte Äste
Foto: extremwetter.tv

Starkregen überflutete in Minuten Straßen
Foto: extremwetter.tv
Kühle Luft trifft auf das aufgeheizte Deutschland
Von den Sonnenstunden am Stück, die uns die Hitzeglocke („Heat Dome“) zuletzt beschert hat, werden wir aber langsam Abschied nehmen müssen. Denn Brandt ist sich sicher: „Heute ist der letzte Tag mit langem Sonnenschein. Da können wir schon mal einen Haken dran machen. Denn die erste europäische Sommermonsun-Welle rauscht an. Kühle Luft vom Atlantik trifft auf die aufgeheizte Luft in Europa und lässt es krachen.“
Foto: BILD
Nach dem Unwetter wird der Samstag noch angenehm, aber kühler, nur im Südwesten werden noch einmal 30 Grad erreicht. Am Sonntag regnet es dann überall mal.
Erst Hitze, dann Alarm: Hier kracht es am Wochenende
Quelle: bild29.05.2026
EXPERTEN IN DIESEM TEXT
Dr. Karsten Brandt promovierte an der Universität Duisburg-Essen im Bereich der Klimatologie zum Doktor der Naturwissenschaften. Er verfasste mehrere Bücher zum Thema Wetter und ist außerdem Gründer und Geschäftsführer des Portals Donnerwetter.de.
Dominik Jung ist Diplom-Meteorologe und Klimaexperte beim Online-Portal und der App wetter.net. Er ist Geschäftsführer bei Q-met und betreibt einen YouTube-Kanal, auf dem er täglich das aktuelle Wetter vorstellt.
Transparenzhinweis
In einer früheren Version des Artikels schrieben wir, Rheine sei in Niedersachsen. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.
