
Am Sonntag (31. Mai) gastiert die deutsche Leichtathletik-Elite beim einmal mehr hochklassig besetzten Goldenen Oval im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden. Hindernisläufer Karl Bebendorf will in seiner Heimat den eigenen Rekord purzeln lassen.
Malaika Mihambo, Yemisi Mabry, Karl Bebendorf, Gina Lückenkemper – die Liste der Stars, die sich am Sonntag (31. Mai) die Ehre beim Leichtathletik-Meeting Goldenes Oval in Dresden geben, ließe sich noch weiter fortsetzen. Doch schon die Auflistung des Quartetts bestehend aus Olympiasiegerinnen und deutschen Rekordhaltern zeigt, welchen Stellenwert die Veranstaltung im altehrwürdigen Heinz-Steyer-Stadion besitzt, das vor zwei Jahren wiedereröffnet wurde.
Das Heinz-Steyer-Stadion ist anlässlich des Leichtathletik-Meetings Goldenes Oval am 31. Mai fast restlos ausverkauft.
Für zahlreiche Athleten wird es der erste Härtetest der Freiluftsaison, die ihren Höhepunkt mit der Europameisterschaft vom 10. bis 16. August in Birmingham hat. So auch für Bebendorf, der über die 2.000 Meter Hindernis in die neue Saison startet – und im Heinz-Steyer-Stadion naturgemäß im Fokus steht. „Dieses Stadion ist einfach meine Heimat, es ist mein Wohnzimmer“, lacht der gebürtige Dresdner vorab im Interview mit SPORT IM OSTEN.
Bebendorf zurück in seinem „Wohnzimmer“
Bebendorf ist mit seinen mittlerweile 30 Jahren ein Spätstarter. Der EM-Dritte über 3.000 Meter Hindernis ist in den letzten Jahren mit starken Leistungen in die erweiterte Weltspitze gelaufen. Im vergangenen Jahr stellte er in 5:20,03 Minuten die deutsche Bestleistung über 2.000 Meter Hindernis auf – natürlich in seinem „Wohnzimmer“, das noch einmal eine ganz besondere Motivation bei Bebendorf entfacht: „Ich laufe seit mehr als 20 Jahren in diesem Stadion und bekomme auf der Bahn Gänsehaut. Das spürt man und gibt Energie.“
Besonders emotional wurde es für ihn Anfang August bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals in seiner Heimstadt. Bebendorf gewann den Titel über 3.000 Meter Hindernis und widmete diesen seiner Mutter, die wenig später nach schwerer Krankheit starb. „Das hat Spuren hinterlassen“, sagt er nun vor dem erneuten Auftritt in Dresden. Bebendorf erinnert auch mit einem Armband an sie, das ihn natürlich auch am Sonntag zum Sieg tragen soll. Denn das Ziel ist klar: „Ich würde mir gerne meinen eigenen deutschen Rekord über die 2.000 Meter streitig machen“ lächelt er. Auch wenn die Konkurrenz in diesem Jahr noch einmal „deutlich stärker“ ist.
Starke Konkurrenz für Mihambo und Mabry
Auch Weitspringerin Mihambo und Kugelstoßerin Mabry messen sich mit den internationalen Stars der Szene. Mabry, die unter ihrem Mädchennamen Ogunleye 2024 in Paris Olympiasiegerin und beim Meeting in Dresden im vergangenen Jahr Zweite wurde, wird die Kugel wohl mindestens über 19 Metern stoßen müssen, um gegen die stark besetzte Konkurrenz bestehen zu können. Am vergangenen Wochenende hatte sie beim Meeting in Rehlingen mit 18,81 Meter durchaus noch Luft nach oben. Hoffnungen macht sich auch Katharina Maisch aus dem Erzgebirge, die Mitte Mai in Halle (Saale) schon die 19-Meter-Marke knacken konnte.
Yemisi Mabry krönte sich in Dresden im vergangenen zur Deutschen Meisterin im Kugelstoßen.
Bei den Diskuswerfern ruhen die deutschen Hoffnungen auf Steven Richter und Henrik Janssen. Richter vom LV 90 Erzgebirge warf die Scheibe im April in Ramona auf glatte 74,00 Meter und setzte damit ein Ausrufezeichen. Zum Deutschen Rekord von Jürgen Schult fehlten ihm damit nur acht Zentimeter. Aber auch der Magdeburger Janssen ist mit drei 68-Meter-Wettkämpfen in Folge in bestechender Form.
Erster Härtetest auch für Farken
Bei den Mittelstreckenläufern ruhen die deutschen Hoffnungen auf 1.500-Meter-Rekordler Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig). In Dresden geht es zwar nur über 1.000 Meter, Taktik und Tempo spielen dafür eine noch größere Rolle. „Die Stimmung war in Dresden immer super. Familie und Freunde werden dort sein, um mich zu unterstützen“, blickte der 28-Jährige voraus. Farken lief die letzten Monate infolge eines Handbruchs mit einer Armschiene, die ihn beim Training aber offenbar nicht behinderte. Beim Goldenen Oval steht nun auch für ihn der erste Härtetest der Saison an.
SpiO