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Biberach (Baden-Württemberg) – Deutschland schwitzt, und jetzt wird auch noch das Wasser knapp. Der Temperaturrekord lag am Freitag bei über 30 Grad (Geldern-Walbeck, Nordrhein-Westfalen). Mehrere Landkreise verbieten jetzt ihren Bürgern, Wasser aus Flüssen und Seen zu entnehmen.
Auch der Bodensee trocknet aus. Was für uns Menschen wie ein schöner Vorsommer wirkt, belastet die Tiere und Pflanzen in den Gewässern schwer.
Wasser darf nur von Hand geschöpft werden
Der Kreis Biberach (Baden-Württemberg) hat erstmals in diesem Jahr die Entnahme von Wasser mit Pumpen (Schöpfen mit der Hand ist noch erlaubt) per Verfügung verboten.
Vera Schlachter vom Landratsamt Biberach zu BILD: „Das Wasserentnahmeverbot im Landkreis wurde aufgrund der Wetterlage und der anhaltenden Trockenheit zunächst bis 29. Juni 2026 erlassen.“ Denn die Trockenheit führe dazu, dass die Wasserstände in den Oberflächengewässern mittlerweile kritische Ausmaße erreicht hätten. „Im Hinblick auf die derzeit verfügbaren Wetterprognosen ist von einer baldigen Entspannung nicht auszugehen“, so Schlachter.

Pegel zu niedrig für den Schiffsverkehr: Auf der schweizerischen Seite des Bodensees weist ein Schild auf Einschränkungen in der Linienschifffahrt hin
Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH
Betroffen seien nicht nur größere Gewässer, sondern auch Bäche. Die Behörde warnte vor dem Austrocknen von Weihern, weil nur wenig Wasser aus Flüssen und Bächen komme. Und das sei zu warm – ein zusätzlicher Stresstest für die Ökosysteme.

Der Teufelsteich bei Harzgerode ist seit 1945 Trinkwasserspeicher. Auch andere Talsperren im Harz liegen mit einem Füllstand von 64 Prozent deutlich unter dem Mittel (78 Prozent)
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Welche Strafen drohen
Wer dennoch mit einer Pumpe Wasser entnimmt, muss mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro rechnen. Grund für die Wasserknappheit sind Hitze und ausbleibender Regen. Der Pegel im Bodensee bei Konstanz betrug am Donnerstag nur knapp über 3 Meter. Das sind 65 Zentimeter unter dem Durchschnitt. Deshalb gilt jetzt auch im Bodenseekreis ein Entnahmeverbot.

Caroline Kescher (26) von der TU München entnimmt Wasserproben. Die Wissenschaftler erforschen neue Methoden, in trockenen Gebieten Deutschlands Abwasser in Trinkwasser umzuwandeln. Etwa in Franken, das jedes Jahr aufwendig mit Wasser aus Südbayern versorgt werden muss
Foto: Theo Klein/BILD
Umweltminister schlägt Alarm
Nicht nur im Süden ist die Lage besorgniserregend. Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer appelliert, Wasser zu sparen. „Unsere Gewässer und Flüsse werden immer trockener. Grundwasser, das mehr als 80 Prozent unseres Trinkwassers liefert, wird immer knapper“, warnte der Grünen-Politiker in der „HAZ“.
Studenten der TU in München forschen seit Jahren an neuen Methoden, Abwasser so zu reinigen, dass es für die Bewässerung öffentlicher Parks verwendet werden kann. Kürzlich gelang es den Wissenschaftlern, aus Kloake Trinkwasser herzustellen, um damit sogar Bier zu brauen.