Bielefeld/Berlin. 344 Straftaten zählte die Bundespolizei im Jahr 2025 im Bielefelder Hauptbahnhof. Das heißt, dass die Sicherheitsbehörden fast jeden Tag im Bahnhofsgebäude oder auf den Bahnsteigen einmal zu tun hatten. Besonders erschreckend ist der hohe Anteil an Gewaltdelikten im Hauptbahnhof: 103 der 344 Taten zählen dazu. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor.
Noch größer als die Zahl der Raub- und Körperverletzungsdelikte im Bahnhof ist die Zahl der dortigen Eigentumsdelikte. 116-mal registrierte die Polizei Taschen- und Ladendiebstahl. 86 Taten beziehen sich auf Sachbeschädigungen. Vergleichsweise selten registrierte die Polizei Drogen- (31) und Sexualdelikte (5) und am wenigsten wurden Waffendelikte (3) erfasst.
Letzteres erstaunt, hatte die Bundespolizei doch im Sommer 2025 die Waffenkontrollen rund um die Partynächte am Boulevard auch im Bahnhofareal deutlich verstärkt. Doch Verstöße gegen die temporäre Waffenverbotszone sind nicht in jedem Fall auch Verstöße gegen das allgemeingültige Waffengesetz. In sechs Fällen haben Täter sogar Bundespolizisten angegriffen.
Zahl der Messertaten im Bielefelder Hauptbahnhof erfreulich klein
Erfreulich klein ist die Zahl der Gewalttaten, bei denen ein Messer eingesetzt oder zumindest mitgeführt wurde. Hier kommt die Bundespolizei lediglich auf zwei Fälle. In einem Fall wurde das Messer benutzt, im zweiten Fall war es zumindest in der Tasche eines Täters.
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Der Bielefelder AfD-Abgeordnete Maximilian Kneller und einige andere westfälische Parteikollegen hatten gleichlautende Anfragen zu den Hauptbahnhöfen Bielefeld, Gütersloh, Minden und Paderborn an die Bundesregierung abgegeben.
Bielefeld kommt im Hauptbahnhof auf 344 Straftaten:
- 116-mal Eigentumsdelikte,
- 103-mal Gewaltdelikte,
- 86-mal Sachbeschädigungen,
- 31-mal Drogen,
- 5-mal Sexualdelikte,
- 3-mal Waffen.
Paderborn kommt im Bahnhof auf 195 Straftaten:
- 78-mal Sachbeschädigungen,
- 45-mal Drogen,
- 43-mal Gewalt,
- 28-mal Eigentumsdelikte,
- 6-mal Waffen
- 0 Sexualdelikte.
Minden kommt im Bahnhof auf 75 Straftaten:
- 54-mal Sachbeschädigungen,
- 14-mal Eigentumsdelikte,
- 6-mal Gewaltdelikte,
- 1-mal Drogen,
- 0 Sexualdelikte,
- 0 Waffen.
Eine gleichlautende Frage zum Bahnhof Gütersloh hat die Bundesregierung versehentlich mit den Zahlen des Hauptbahnhofs Bielefeld beantwortet.
Etwas mehr deutsche Gewalttäter als nichtdeutsche
Die AfD wollte – wie immer – auch die Herkunft der ermittelten Tatverdächtigen erfahren. 198 Tatverdächtige konnten ermittelt werden. 101 von ihnen waren deutsche Staatsbürger, 97 waren nichtdeutsch. Während bei den Gewaltdelikten der Anteil der deutschen Staatsbürger größer war (56 Prozent) als der der nichtdeutschen Tatverdächtigen, ist das Verhältnis bei Eigentums- (48 Prozent Deutsche) und Drogendelikten (41 Prozent Deutsche) anders herum.
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Die drei Verstöße gegen das Waffengesetz im Hauptbahnhof wurden ausschließlich von Deutschen verübt. Bei den Angriffen gegen Bundespolizisten waren drei ermittelte Tatverdächtige deutscher Herkunft, einer war nichtdeutsch.
Bielefelder AfD-Bundestagsabgeordneter fordert Konsequenzen
Maximilian Kneller (AfD) nimmt das Thema in einem Facebook-Post auf und kritisiert, dass „das Establishment in Bielefeld aus Angst vor Rassismus-Vorwürfen die Ausländergewalt zum Naturereignis ’frame’“. „Dabei sprechen mich vor allem oft türkischstämmige Schaffner und Sicherheitsleute auf das Problem an“, schreibt der Bundestagsabgeordnete weiter und fordert Konsequenzen.
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Schahina Gambir (früher Bielefeld, jetzt Minden-Lübbecke) reagiert auf die Kneller-Anfrage: „Was die AfD mit dieser Anfrage wirklich bezweckt, ist offensichtlich. Keine einzige ihrer zehn Fragen zielt darauf ab, die Situation vor Ort zu verbessern, die Bundespolizei besser auszustatten oder konkrete Sicherheitsmaßnahmen anzuregen. Stattdessen dreht sich die Hälfte der Fragen darum, Tatverdächtige nach Nationalität aufzuschlüsseln, um gezielt Ressentiments zu schüren. Wer unsere Städte sicherer machen will, der sucht nach Lösungen und nicht nach Herkunftsnachweisen.“